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Weihnachten 2011

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Liebe Freunde,

 

FofoaStrandgerade waren Werner und ich schnorcheln in der türkisblauen Lagune vor unserer Haustür auf der Insel Fofoa in TONGA. Das Wasser hat etwa 27 Grad Celsius, die Luft 30 Grad. Und doch ist heute der zweite Advent und höchste Zeit für meinen Jahresbericht, der auf Wunsch vieler auch Reiseinfos und Tipps beinhaltet und deshalb etwas umfangreich geworden ist. Aber es sind ja Weihnachtsfeiertage und ich hoffe, Ihr habt etwas Zeit und man kann alles gut lesen. (Ich bitte um Nachricht, wenn etwas nicht funktioniert.)

Wir hatten letztes Jahr eine schöne Weihnachts- und Silvesterzeit mit Besuchen bei und von den Nachbarn.

 

 

 

 

 

Vai_TevitaKnochenschnitzereienTonganerIm Januar schlossen wir noch ein paar Arbeiten ab und Werner machte ein paar schöne Knochenschnitzereien zum Verschenken."Unsere“ tonganische Familie kam uns besuchen mit dem jüngsten Zuwachs, Baby Tevita, und ich zeigte den älteren Kindern wie man „Mensch Ärger Dich Nicht“  spielt. In kürzester Zeit lagen nicht nur die Kinder, sondern auch der Vater lachend um das Spielbrett, klar, dass das Spiel an die Familie verschenkt wurde.

 

 

Von Ende Januar bis August 2011 hatten wir eine Reise nach Deutschland mit Stopps in Australien, Dubai und Südafrika gebucht.
Am 27. Januar sollte unser Flug nachmittags von Vava‘u nach Tongatapu gehen und nur ein paar Stunden später der Anschlussflug nach Neuseeland, von wo wir sieben Stunden später nach Brisbane in Australien abfliegen wollten. Bei dem knappen Zeitplan durfte nichts schiefgehen.

Und dann kam WILMA. Zum Glück hatten wir unser Boot schon aus dem Wasser gezogen und gut aufgebockt, auch Haus und Garten waren soweit aufgeräumt, aber bei einem Zyklon, auch wenn es nur ein schwacher ist, fliegen die relativ kleinen Flugzeuge zwischen den Inseln nicht mehr.
Wilma entstand, wie viele Wirbelstürme, hier Zyklone genannt, irgendwo nördlich von Tonga als Tropische Depression, gewann bei ihrem Weg über das offene warme Meer an Kraft und zog langsam nach Süden und Südosten ziemlich genau auf Tonga zu, dann überlegte sie es sich anders und zog wieder Richtung Nord nach Samoa, was aber kein Grund zur Freude war, denn meist machen die Zyklone nur eine Schleife und ziehen dann umso stärker wieder in die gleiche Richtung wie vorher, was auch Wilma tat.  Am 24. Januar,  drei Tage vor der geplanten Abreise,  erhielten wir drei verschiedene Wetterberichte mit drei von einander abweichenden Zugrichtungen, wobei einer vorhersagte, dass  Wilma mit bis zu 110 Knoten in Böen genau über Vava’u ziehen würde in den nächsten 1 bis 2 Tagen. Wir sassen auf gepackten Koffern, sollten wir jetzt schon nach Neiafu fahren? Aber wir wussten, der Flieger würde sowieso nicht fliegen, wenn es so schlimm kommt. Also brachten wir die Schutzholzläden vor unseren Fenstern jetzt schon an, holten die Solarpaneele vom Dach und warteten. Am Dienstagmorgen so um 5 Uhr fing der Regen an mit Wind aus Südwest, gegen Nachmittag drehte der nicht so sehr starke Wind auf Nord und schon bald kam die Sonne wieder raus, Wilma hatte ein Einsehen mit uns gehabt und war viel weiter entfernt und schneller vorbeigezogen, als von allen vorhergesagt.

Am Donnerstag dann fuhr uns Nachbar Boris in die Stadt NEIAFU, leider musste er mit seinem flachen, offenen Boot fahren, sodass wir erst von der noch sehr unruhigen See und dann auch noch von einem starken Regenguss völlig durchnässt wurden. Zum Glück blieb das nicht sehr umfangreiche Gepäck unter einer Plane trocken.

TTPuHafenTongaInselChatham

Mit dem Taxi zum Flughafen, knapp einstündiger Flug mit Tongas Inselhüpfer Chathams Pacific Airlines (www.Chathamspacific.com) über die schöne Inselwelt Tongas (links Fafa Island, rechts Tongatapu mit Nuku'alofa),  ein paar Stunden im Flughafen von Tongatapu, dreieinhalb Stunden bei Nacht im Flieger von Air New Zealand und morgens um halb zwei kamen wir in AUCKLAND in NEUSEELAND an. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen bis zum Morgen und wollten dann in die Stadt fahren, aber die Taxis waren so unverschämt teuer, dass wir bis zum Abflug am Abend im Flughafen blieben.

 

 

WeErnstBootPierreBootNach einem weiteren dreieinhalb Stunden Flug, diesmal mit Emirates, kamen wir durch die Zeitverschiebung eine halbe Stunde nach unserem Abflug in BRISBANE, AUSTRALIEN an und Freundin Anita, die 2008 unser Segelboot ANTAIA verkauft hatte,  stand schon da, um uns zu empfangen. (Anita Farine: www.farine.net.au)

Zumindest die erste Etappe hatten wir nun trotz aller Aufregung gut geschafft.
Wir gingen mit Anita, ihrem Partner Pierre und Freund Ernst (GALATEA) segeln, trafen andere Freunde wieder und dann holte mich die nasse Bootsfahrt in Tonga doch noch ein und ich bekam leider eine dicke Erkältung, die mich drei Tage flachlegte.

 

 

DubaiDhowDubaiMoscheeAm Montag, 7.Februar, fuhren uns Anita und Pierre wieder zum Flughafen und wir flogen nach DUBAI, dem Stützpunkt von Emirates Airlines, wo wir kurz nach vier Uhr morgens ankamen. Ein Taxi brachte uns zum Appartementhotel Pearl Residence, wo wir natürlich noch nicht einchecken konnten, aber das Gepäck abgeben und in der Lounge sitzen durften wir. Das wurde uns aber bald zu langweilig, so machten wir uns noch im Dunkeln auf, Dubai zu erkunden und einen Supermarkt zu finden, wo wir ein paar Sachen einkaufen konnten. Wir liefen kreuz und quer durch die Stadt, die langsam heller wurde und zum Leben erwachte. Bei Sonnenaufgang waren wir am Fluss, dem Dubai Creek, und beobachteten die kleinen Fährboote und die majestätischen, bunt angestrichenen Lastschiffe, die Dhows, die dort lagen, oder vollbeladen dem Meer zustrebten.


DubaiGoldDubaiHHCreekNun waren wir zwar auf der arabischen Halbinsel, aber es war Anfang Februar und vor allem hier am Wasser, wo der Wind durchwehte, bitterkalt. So beschlossen wir, erst mal zurück ins Hotel zu gehen, zu frühstücken und ein wenig zu schlafen, bevor wir nochmals zu Fuss in die Stadt gingen und auch mit einem der kleinen Boote, Abra genannt, zum anderen Ufer des Creeks fuhren, wo wir die engen Gassen der Altstadt und die Märkte, vor allem denn Goldsouk, erkundeten. Ein Tag ist natürlich viel zu wenig, um alle Sehenswürdigkeiten zu sehen, aber wir hatten ja auf dem Rückflug weitere vier Tage eingeplant.

 


Roberto-WernerMittwochmorgen flogen wir nach KAPSTADT in SÜDAFRIKA, wo wir nach neuneinhalb Stunden ankamen und am Flughafen unseren Mietwagen übernehmen konnten. Wir hatten bei AVIS den kleinsten Wagen gemietet, aber einen etwas grösseren Polo erhalten. In Südafrika fährt man links, aber das waren wir ja längst gewohnt durch unsere Aufenthalte in Neuseeland und Australien, der Verkehr  war allerdings enorm und ich war froh, dass ich die Route vom Flughafen bis zu unserem kleinen Hotel auf der Strassenkarte mit Hilfe von Google Earth so gut vorbereitet hatte, dass ich Werner lotsen konnte, sodass wir bald vor der mir durch Google schon vertrauten gelben Mauer mit Stacheldraht ankamen, hinter der sich Palazzo Roberto verbarg. Robert Stöckli (Email: robstockli@mweb.co.za), ein Schweizer, war uns von Verena und Toby von SANGOMA, Schweizer Seglern, die in Südafrika lebten, empfohlen worden, und wir wurden gleich wie gute Freunde aufgenommen und lernten später auch noch andere Schweizer und Deutsche kennen, die in Kapstadt leben und die uns auch Teile der Stadt zeigten.

 

 

Die Unterkunft und ihre Lage in Green Point waren gut, ganz in der Nähe waren die Victoria & Alfred Waterfront und das riesige Fussballstadion, das zur Weltmeisterschaft im Jahr 2010 gebaut worden war, man konnte auch abends zu Fuss zum Essen gehen, was in Südafrika oft nicht ratsam ist. Dicke Mauern und Zäune mit Stacheldraht sichern hier jedes Haus, die Kriminalität in Südafrika ist unwahrscheinlich hoch. In Südafrika leben nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere hinter hohen Zäunen. Freilebende Grosstiere gibt es nicht mehr, dafür unzählige staatliche oder private Parks und Reservate.
Als wir am nächsten Tag zum ersten Mal mit dem Auto in der Stadt unterwegs waren, wurde plötzlich alles abgesperrt und alle Autos aus der Innenstadt vertrieben, wir hatten schon die schlimmsten Befürchtungen, aber als wir im Stau standen, konnten wir durch mehrmaliges Nachfragen erfahren, dass der Präsident das Parlament eröffnen wollte und deshalb die gesamte Innenstadt  geräumt wird.

TafelbergTafGondelTafGond2

PflblNach zwei Tagen Stadtbesichtigung waren wir dann bereit zur Erstürmung des allgegenwärtigen TAFELBERGS. Wir hatten allerdings beschlossen, dies nicht zu Fuss, sondern mit der Gondel zu tun, unter anderem auch, da Werner nun alle Anzeichen einer schweren Erkältung zeigte. Die Gondel, die sich beim Fahren um sich selbst drehte, brachte uns  bequem und schnell auf das Plateau des Tafelbergs, der sich während unseres ganzen Aufenthalts in Kapstadt immer in seiner ganzen Pracht zeigte und nicht ein Mal sein berühmtes Tischtuch auflegte. So hatten wir eine wundervolle Sicht auf Kapstadt, sein Fussballstadion und die umliegende Gegend und ein Führer erklärte die Flora auf dem Berggipfel, der zu einem der sechs Pflanzen(könig)reiche der Erde erklärt wurde, da es so viele verschiedene Pflanzenarten gibt. Wir beobachteten auch einige Tiere, die wir vorher noch nie gesehen hatten, wie die kleinen, pelzigen Dassies, die in den Felsen leben und, man glaubt es kaum, mit den Elefanten verwandt sind!

 

 

 

Nun war es an der Zeit, das berühmte KAP DER GUTEN HOFFNUNG, Cape of Good Hope, zu besuchen und schon der Weg dorthin ist zum Teil recht abenteuerlich, begegnet man doch auf der Strasse Wegelagerern, die sich beim Näherkommen als Pavianfamilien (Baboons) entpuppen und dann fährt man auf einer schmalen Strasse, die aus den Klippen gesprengt wurde, direkt am Meer entlang, bis man zu einer etwas nichtssagenden Landspitze kommt,wo zwei Schilder in Englisch und Afrikaans erklären, dass dies nun das Kap der Guten Hoffnung sei, bei dessen Rundung die Kapitäne, Mannschaften und Passagiere der alten Segelschiffe aufatmeten und das noch heute unter den Seglern nur mit Ehrfurcht genannt wird. Hier in der Gegend treffen der Atlantische und der Indische Ozean aufeinander, kalte und warme Strömungen vermischen sich und das Wetter kann in Minutenschnelle umschlagen und gefährliche Stürme entstehen lassen, wobei dann noch oft Wind gegen den Strom steht, ein Alptraum für jedes Segelschiff.

Wir besuchten auch den Leuchtturm, der hoch auf der nächsten Klippe steht, und mit einer Zahnradbahn zu erreichen ist und fuhren dann  an der Küste der False Bay zurück nach Kapstadt, wobei wir in einem kleinen Ort an der Bucht kleine  Brillenpinguine beobachteten, die praktisch mitten in der Stadt auf den Felsen am Meer leben.

 

Hier geht der Bericht weiter (Infos überspringen) BerichtForts

 

INFOS:
Der Tafelberg und auch das Kap sind schon Teil des ausgedehnten Nationalparksystems, das sich über ganz Südafrika ausbreitet. In fast jedem der Parks werden Eintritts- oder Tagesgebühren erhoben, die zum Teil beträchtlich sind.  Die Organisation SANParks verkauft daher auch Jahreskarten für Einheimische, die sehr billig sind, damit diese die Parks oft nutzen können. Für Touristen gibt es ebenfalls Jahreskarten, die allerdings erheblich teurer sind, aber wenn man länger im Land ist, oder viele Parks besuchen will, lohnt es sich, solch eine Karte, genannt Wildcard (www.wildcard.co.za), zu kaufen. Wir hatten eine Karte als Paar (Couple) für etwa 200 Euro gekauft, gültig ein Jahr. Manchmal hatten wir das Gefühl, mit der Karte „wohlwollender“ aufgenommen zu werden, als andere Touristen.  Auf der Webseite www.sanparks.org.za kann man sich schlau machen, dort kann man sich auch über die einzelnen Nationalparks informieren und die Unterkünfte buchen, was bei den bekannten Parks früh genug erfolgen sollte, vor allem, wenn man so wie wir, auch die kleinen interessanten Camps besuchen will und keine Fantasiepreise bezahlen will. In den Megaanlagen findet man meist auch kurzfristig noch einen Platz, vor allem, wenn man bereit ist, etwas mehr zu bezahlen. Da wir nicht wussten, wann genau wir wo sein würden, haben wir so spät wie möglich gebucht, manchmal gar nicht, beim Krüger NP allerdings mindestens ein bis zwei Wochen vorher, wobei einige interessante Camps schon ausgebucht waren.
Ich hatte mein kleines Netbook mit und wir haben uns sehr billig in Kapstadt eine Simkarte fürs Telefon (Handy) gekauft und auch den Internetzugang sowohl mit dem Telefon selbst, als auch Telefon als Modem und Internet auf dem Computer freischalten lassen, was die Planung und die Buchungen unterwegs sehr erleichtert, denn abseits der grossen Städte gibt es nicht mehr viele Internetcafés, aber fast überall eine Telefonverbindung.
Unsere Unterkünfte ausserhalb der Parks haben wir bis auf Kapstadt nicht vorgebucht. Wir hatten vom Touristenbüro einige Unterlagen und Adressen, aber oft haben wir auf gut Glück bei einem Schild „Bed & Breakfast“ (Bett und Frühstück) gehalten oder sogenannte self-catering units (Selbstversorgerunterkünfte mit Küche) gemietet und hatten eigentlich immer eine gute, wenn nicht sogar tolle Unterkunft, oft ganze Häuschen für uns alleine zu einem mehr als akzeptablen Preis meist so zwischen 40 und 70 Euro (für uns Beide!) Jede grössere Stadt hat ein Touristenbüro, wo es Informationen über die nähere und weitere Umgebung gibt.
Auch das Essen im Restaurant  ist billiger als in Deutschland, wir haben oft nur zwischen 20 und 30 Euro für zwei volle Mahlzeiten und eine gute Flasche südafrikanischen Wein ausgegeben.
Die Umgangssprachen sind Englisch und Afrikaans, alles ist zweisprachig ausgeschildert. Dazu kommen noch unzählige Dialekte der schwarzen Bevölkerung. Das Afrikaans ist aus dem Holländischen entstanden, hat jedoch heute wenig Ähnlichkeit damit.

Südafrika hat auch eine eigene Elektrosteckervariante, es empfiehlt sich, schon im Flughafen oder einer grösseren Stadt einen Adapter zu kaufen.


Zurück zu unseren Erlebnissen:

Wir waren ein paar Tage länger als geplant in Kapstadt geblieben, da wir noch zu einer Feier des Schweizer Clubs bei Roberto eingeladen waren. Das gab uns Zeit, das Malaiische Viertel Bokap zu besuchen, dessen farbenfroh angemalte Häuschen von weitem zu erkennen sind. Hier wohnten früher die Farbigen, wobei dieser Ausdruck strikt für Nichtweisse und Nichtschwarze galt, sondern für die Mischlinge, deren Vorfahren vor allem aus den ehemaligen Kolonialgebieten zum Arbeiten nach Südafrika geholt worden sind.
Wir fuhren auch zum Royal Cape YachtClub, der sich im Containerhafen versteckt und sicher schon bessere Tage gesehen hat. Wir freuten uns, ein deutsches Schiff mit Trans-Ocean-Stander zu entdecken und plauderten mit dem Eigner des "Sonnensohns", wobei wir über 15 Minuten in der prallen Sonne auf dem Steg stehen gelassen wurden. Die Cola und das Bier zum Abkühlen haben wir uns dann im Yacht Club gegönnt.

 


Nach der Party am Abend fuhren wir etwas unausgeschlafen am nächsten Morgen Richtung Nordwesten, um die wildere Westküste und den WEST CAPE NATIONAL PARK zu besuchen.
Auf dem Weg aus der Stadt überfiel uns plötzlich dichter Nebel, gerade jetzt, wo wir ihn nur noch aus weiter Ferne sehen konnten, legte der Tafelberg sein Tischtuch auf nach sechs Tagen strahlendem Sonnenschein und klarem blauen Himmel.

 


Nach einigen Stunden vorsichtiger Fahrt lichtete sich der Nebel wieder und im Nationalpark schien wieder die Sonne. Im Park begegneten wir kaum einem anderen Auto, dafür jeder Menge Strausse, Flamingos und anderen Vögeln.

 

 

Die Nacht verbrachten wir in einem urigen Häuschen auf einer Rinderfarm bewacht von zwei riesigen, freundlichen Hunden.

 


 

 

Am nächsten Tag führte uns unser Weg wieder nach Südosten in die Weingegenden nördlich von Kapstadt. FRANSCHHOEK, PAARL und STELLENBOSCH sind die bekanntesten Namen dieser hügeligen Gegend, die schon bald nach der ersten Besiedelung der Kapprovinz durch die Holländer und auch französischer Hugenotten, die ihre Weinreben aus Europa mitbrachten, zum Zentrum des Weinanbaus in Südafrika wurde und hervorragende Weine hervorbringt. Die malerischen Städtchen und alten Weingüter mit den charakteristischen Kaphäusern mit ihren Reetdächern und weissen, hohen Giebeln sind zu touristischen Attraktionen geworden und dementsprechend überlaufen und überteuert.

 

Wir spazierten durch Franschhoek und quartierten uns für die Nacht in einem Weingut ein, das Häuschen vermietete. Leider fanden die Führungen durch die Kelteranlagen nicht mehr statt, da bereits die Lese eingesetzt hatte. Die Fahrt durch die Berge nach Stellenbosch war kurvig und aussichtsreich, aber auch Stellenbosch selbst konnte uns nicht lange fesseln.  

 

 

 

Das nächste Ziel lockte uns als Segler viel mehr, das CAPE L‘AGULHAS, der südlichste Punkt Afrikas und somit die wahre Grenze zwischen Indischem und Atlantischem Ozean.
Die Strasse zum Meer wurde schlechter und schmaler je weiter wir nach Süden kamen, der Himmel trübte sich ebenfalls ein und als wir am Meer in einem heruntergekommenen Strassendorf ankamen, fragten wir uns, wo wir wohl gelandet wären.
Der alte massive Leuchtturm hoch auf der Klippe bestätigt allerdings, dass wir am richtigen Ort waren und wir machten uns gleich auf, ihn zu besteigen und auf das tosende, graue Meer zu blicken.
Am nächsten Morgen wanderten wir im Nieselregen am Strand entlang, konnten aber den Markierungsfelsen nicht finden. Wir erkundeten uns nochmals bei der älteren Dame in der Touristeninformation beim Leuchtturm und fuhren dann mit dem Auto ein ganzes Stück nach Osten, bis wir endlich den gesuchten Markierungspunkt erreicht hatten, den südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents, wo man sozusagen mit einem Bein im Atlantik und mit dem anderen im Indik steht. Wir dachten daran, wie es wohl gewesen wäre, wenn wir unsere Weltumseglung fortgesetzt hätten und mit dem Segelboot hier draussen vorbeigekommen wären….


Auf dem Rückweg nach Norden stoppten wir noch in SWELLENDAM, unser geplanter Besuch im hochgelegenen BONTEBOK Nationalpark ging allerdings im Regen und tiefhängenden Wolken unter und wir beschlossen, gleich nach Mossel Bay weiterzufahren.


MOSSEL BAY liegt direkt am Meer an der GARDENROUTE, der Gartenstrasse, die von Kapstadt bis Port Elizabeth nah am Meer entlangführt und eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Südafrika ist und der wir nun folgen wollten.
Die Stadt hat ein interessantes Museum und man kann in einem Zug übernachten. Der Zug steht direkt am Meer und hat etwa 8 Waggons, die alle winzige Schlafkabinen haben, zwei Betten unten, zwei oben, ein kleines Tischchen am Fenster und eine Schiebetür. An jedem Ende des Waggons eine Dusche mit Toilette. Spartanisch, aber originell und billig, inklusive Frühstück für uns beide nicht mal 16 Euro die Nacht, wir haben schon wesentlich schlechter geschlafen.

 

 

Am nächsten Morgen gingen wir los, um die Stadt zu erkunden. Wir steuerten zuerst den Hafen an und wie in allen Hafenstädten, die eine Yacht Marina haben, schauten wir auch dort vorbei. Schon vom Ufer aus fiel uns ein Boot ins Auge, das uns sehr bekannt vorkam und als ein Hauch Wind die schlaffe Flagge aufwehen liess, sahen wir ein weisses Kreuz auf rotem Grund, es war die Schweizer Yacht SINGLE MALT mit Almuth und Edi, die wir schon in Neuseeland und dann wieder in Australien getroffen hatten. Wir rannten fast über den Steg, klopften an, ein bekanntes Gesicht tauchte im Cockpit auf und sah uns an, als ob wir Gespenster wären. Edi blinkte ein paar Mal mit den Augen, als wir so unverhofft vor ihm standen, dann folgte eine stürmische Begrüssung und schon sassen wir im Cockpit und erzählten uns, was wir so alles in den fast drei Jahren seit unserem letzten Treffen erlebt hatten. Als Almut aus der Stadt vom Einkaufen zurückkam, ist sie ebenfalls bass erstaunt, denn uns hätte hier niemand erwartet.

 


Leider war die Zeit kurz, wollten wir doch noch ins Stadtmuseum, in dem ein originalgetreuer Nachbau der Karavelle Bertolomeu Diaz steht, die der gleichnamige Entdecker 1488 auf seiner epischen Reise um die Südspitze Afrikas benutzte. Diese Replik wurde  in Portugal gefertigt, verliess Lissabon am 8. November 1987,  segelte durch den Atlantik und erreichte nach 3 Monaten am 3. Februar 1988 genau 500 Jahre nach dem Originalbau (der allerdings für die gleiche Strecke 6 Monate benötigte) Säo Bras, heute Mossel Bay.
Das Museum hat noch weitere interessante Ausstellungen, zudem eine riesige Muschelsammlung und sogar ein paar Aquarien, aus denen man von Tintenfischen mit grossen Augen angestarrt wird und es von bunten Fischen wimmelt.
Wir warfen auch eine Postkarte beim berühmten Post Office Tree (Postamtbaum) ein, wo früher Nachrichten deponiert wurden, die vorbeikommende Schiffe mitnahmen, wenn sie in die gewünschte Richtung unterwegs waren. Die Karte kam tatsächlich an, allerdings übernimmt jetzt die südafrikanische Post den Transport und es dauert auch nicht mehr 6 Monate oder länger.

 


Von Mossel Bay aus ging es nach Osten in ein hügeliges bewaldetes Gebiet, in dem wir ein abgelegenes Häuschen mit Blick übers bewaldete Tal mieteten. Die Badewanne stand vor einer riesigen Glasscheibe mit Aussicht, die Dusche war gar im Freien. Hier hätten wir es gut mehrere Tage ausgehalten, aber uns drängte die Zeit, wir wollten endlich die afrikanische Tierwelt sehen.
Zuerst jedoch fuhren wir wieder ins Tal und an der Knysna Lagune entlang nach KNYSNA, wo ein Trans-Ocean Stützpunkt ist. Wir hatten uns mit dem Stützpunktleiter dort treffen wollen, aber da er beruflich abwesend war, waren wir vom Commodore des Yacht Clubs eingeladen worden, der uns zum Kaffee einlud, uns herumführte und zum Aussichtspunkt mitnahm, wo man die bei Seglern gefürchtete enge Einfahrt in die Knysna Lagune gut von oben sehen kann. Ich erinnerte mich an Edis Erzählung, wie sie mit der SINGLE MALT hier im Nebel reinfahren mussten, auch mit GPS und Radar sicher kein Zuckerschlecken.

 


Dieser Tag bot später noch eine Gelegenheit Tiere zu sehen, wenn auch „nur“ Affen und Lemuren, die zwar nicht in Südafrika heimisch sind, sondern in Madagaskar, aber im ausgedehnten Freigehege des MONKEY PARKS frei leben. Diese Tiere kommen zum Teil aus Privatbesitz oder Zoos, wo sie nicht mehr artgerecht gehalten werden konnten, ihre Eigner bissen, lästig wurden oder sogar misshandelt wurden. In diesem Park versucht man die Tiere artgerecht zu halten und zu ernähren, sie in die Wildnis (die allerdings grossräumig  eingezäunt ist) zu entlassen, wo sie sich dann mit der Zeit auch selbst versorgen sollen.  Das gesamte Gelände darf nur mit einem Führer und unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen betreten werden, da die nicht nur die Affen und Lemuren geschützt werden sollen, sondern auch die Besucher, da die Tiere aggressiv werden können. Auf schmalen Wegen gingen wir in einer kleinen Gruppe durch den Busch und versuchten die Tiere, die zum Teil hoch in den Bäumen sitzen, zu entdecken. Oft rasten ganze Gruppen kleiner Affen an uns vorbei. Einmal ging es über eine tiefe Schlucht auf einer abenteuerlichen Hängebrücke, die immer nur von einer Person betreten werden durfte.

 

Gleich nebenan besuchten wir den Vogelpark „BIRDS OF EDEN“, wo unzählige farbenfrohe Vögel herumschwirrten,  standen oder schwammen, alles eingezäunt mit Draht, neuerdings einem Edelstahlgeflecht, das nun statt 88 Tonnen !!  nur noch 8 Tonnen wiegt. Es ist die grösste Voliere der Welt und ziemlich eindrucksvoll. Ausserhalb tobten die freilebenden Baboons, die Paviane, durch die Gegend und über das Geflecht.

 

 

 


Am nächsten Tag fuhren wir relativ schnell vorbei an Plettenberg Bay und den anderen Touristenhochburgen  zum Tsitsikamma Big Tree National Park und erwanderten ein ausgedehntes Waldgebiet mit uralten riesigen Bäumen. Am Abend erreichten wir mit dem Auto nach über 1500 zurückgelegten Kilometern eines unserer Etappenziele, Port Elizabeth,  dort wollten  wir die Küste verlassen und landeinwärts nach Norden fahren.

In PORT ELIZABETH quartierten wir uns im Backpacker ein, einer Unterkunft für sogenannte Rucksackreisende, die neben Übernachtungen im Schlafsaal, wie in der guten alten Jugendherberge, auch Einzel und Doppelzimmer anbieten. Wir trafen den ansässigen Trans-Ocean Stützpunktleiter Tom Wilms im Yacht Club, er ist in der Entwicklung beim grössten VW-Werk Südafrikas bei Port Elizabeth tätig. Hier im Hafen lag ein weiteres uns bekanntes Boot, die AIDA mit Harald und seinem Sohn, die nach einem Mastverlust ihre Yacht hier wieder instandsetzten.  Die Marina ist sehr heruntergekommen, die Stege krumm und verrottet. Der ganze Hafen macht einen düsteren, staubigen Eindruck, was zum Grossteil von der Verladung von Mangan herrührt.

 

 


In Port Elizabeth waren wir etwas vorsichtiger als in Kapstadt, gingen vor allem nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr zu Fuss zum Essen, sondern nahmen das Auto auch für relativ kurze Strecken und liessen im Auto keine Gegenstände sichtbar herumliegen, wenn wir es abstellten.
Am Tage in der Stadt unterwegs zu sein war wohl in Ordnung und wir stiefelten den ganzen nächsten Tag hügelauf, hügelab durch die Stadt, aber ich packte meine Kamera immer in einen unauffälligen Stoffbeutel, wenn ich sie nicht benutzte und Werner hatte seinen Geldbeutel nie in der Gesässtasche der Hose. Wir beobachteten unauffällig, aber sorgfältig unsere Umgebung und achteten darauf, dass uns keiner zu nahe kam. Das hört sich alles übertrieben an, aber wir waren mit vielen negativen Beispielen gewarnt worden. Die Schulkinder in Port Elizabeth waren jedenfalls nett und fröhlich und rückblickend können wir von keinerlei kriminellen Problemen in Südafrika berichten.

 


Am Mittwoch, 23. Februar, ging nun das „richtige“ afrikanische Abenteuer los, wir steuerten den ADDO ELEPHANT PARK an, hier gibt es einige der „BIG FIVE“ genannten Tiergruppe Elefant, Rhinozeros, Löwe, Kapbüffel und Leopard, die man gesehen haben muss. Der Park, um 1931 gegründet, als durch Wilderei und Jagd nur noch 11 Elefanten hier überlebt hatten, ist heute 164.000 ha gross, der zweitgrösste Tierpark in Südafrika nach dem Krüger Park, und er soll bald auf 360.000 ha erweitert werden. Heute leben 450 Elefanten im Park.
In den Nationalparks erhält man eine Übersichtskarte und fährt dann mit dem Auto auf meist unbefestigten Strassen umher, Aussteigen ist bis auf ein paar bezeichnete, oft eingezäunte Rastplätze verboten. Die verschiedenen Routen sind gut ausgeschildert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt meist 40 Stundenkilometer, aber oft fährt man langsamer und sucht den Busch zu beiden Seiten ab, ob man irgendetwas entdeckt. Die Tiere wandern frei in den riesigen Parks umher, die besten Stellen, um das grössere Wild zu sehen, sind meist die Wasserlöcher, vor allem frühmorgens und abends.


Die ersten Tiere die uns im Addo begegnete waren gleich zwei gewaltige Kapbüffel, die die Strasse für sich beanspruchten. Tiere haben grundsätzlich Vorfahrt in den Parks und wer legt sich schon mit Wasserbüffeln an, die können ganz schön gewalttätig werden, wie wir später im Krüger hautnah miterlebten, als zwei Büffel direkt auf der Strasse vor uns eine Meinungsverschiedenheit auskämpften. Da krachten die Schädel nur so aufeinander und der Staub flog aufgewühlt von den Hufen davon. Diese hier waren allerdings recht friedlich, schauten uns mit einem dümmlichen Gesichtsausdruck an und trotteten dann in den Busch. Wow, das fing ja gut an.

 

 


Nicht nur die grossen Tiere sind erwähnenswert, denn bevor wir die Elefanten sahen, begegneten uns die Dungbeetle, eine flugunfähige Art von Mistkäfern, die den Elefantendung zu Kugeln rollen, sie stehen unter strengem Schutz und überall stehen Schilder, dass man sie nicht überfahren soll, sie haben ebenfalls Wegerecht. Bei den Massen an grossen Elefantendunghaufen auf der Strasse war es gar nicht so einfach, ihnen auszuweichen.

 


Der Addopark ist kaum bewaldet und hat grosse Grasflächen, sodass wir von weitem schon braune Gestalten ausmachen konnten, beim Näherkommen entpuppten sie sich allerdings als Straussenherde. Dann entdeckten wir schwarzweisse Streifen im Gras, eindeutig ein Zebra und bald danach die gesuchten Dickhäuter, erst ein einsamer Bulle, dann ganze Herden mit Jungtieren.
Sie weideten auf der Wiese wie Kühe oder bespritzten sich im Wasserloch, auch Büffel wälzten sich im Schlamm und Antilopen kamen zum trinken.

 

 

Plötzlich sauste eine hundegrosse groteske Gestalt mit hoch aufgerichtetem Schwanz an uns vorbei, ein junges Warzenschwein, eng gefolgt von seinen Geschwistern. Mama Warzenschwein mit ihren nach oben geschwungenen Hauern, schaute sich aufmerksam um, aber stehende Autos waren ihr wohl vertraut, also knickte sie ihre Vorderbeine ab, liess sich wieder auf die „Ellenbogen“ fallen und graste vorwärtsrobbend weiter, die Jungen zogen ihre Milch vor.


Um sechs Uhr abends mussten wir an unserem Übernachtungsplatz sein, denn dann werden nicht die Tiere, sondern die Besucher hinter Gitter gesperrt. Wir hatten für zwei Nächte ein „möbliertes Zelt“  gebucht, wo man alles Notwendige erhält, nur das Essen, Trinken und Feuerholz muss man mitbringen. Das SPEKBOOM CAMP besteht nur aus 6 Zelten, jedes sichtgeschützt vom anderen und gemeinsamen Duschen und Toiletten. Das Beste an diesem Camp ist jedoch der Animalhide, eine hohe Bretterwand mit Sehschlitzen, hinter der man sitzen kann und das Treiben am Wasserloch davor beobachten. Dort darf man sogar bei Nacht hin. Hier beobachteten wir alle Arten von Tieren. Eine Landschildkröte, Warzenschweine, Enten kamen zum Trinken, ein  Schakal schnürte vorbei, ein Wiedehopf  pickte auf der Wiese.

 

 

 

Eine ganze Kudufamilie kam zum grasen, das Männchen mit den imposanten gedrehten Hörnern auf dem schönen Kopf und die Weibchen, die unaufhörlich ihre grossen Ohren nach jedem Geräusch drehten und sich dann mit ihren grossen, dunklen, feuchten Augen umschauten, das Fell hellbraun mit feinen weissen Streifen. In der Nacht hörte ich Hyänen, aber als ich Nachschauen ging, war am Wasserloch nichts zu sehen.

 

Einen ganzen weiteren Tag fuhren wir kreuz und quer durch den Park, sahen viele Elefanten, Zebras, Schwarzblässen, Warzenschweine, Vögel und besuchten auch das Elefantenmuseum, wo ein ausgestopfter Elefantenschädel von einem aggressiven Bullen, genannt Harpoor, hing. Harpoor war von 1924 bis 1968 der Führer der Elefantenherde und zeugte viele der heute hier lebenden Nachkommen. Mit 44 Jahren wurde er von einem jüngeren Bullen aus seiner Führerrolle vertrieben und wanderte einsam durch den Park, bis er einen bis dahin sicheren Elefantenzaun niederriss und ausbrach, danach musste er leider erschossen werden, weil er zu gefährlich wurde. Vor allem, wenn die Elefanten in die Brunft kommen, können sie unberechenbar und gefährlich werden, manchmal kommt man mit dem Auto an einen Strassenabschnitt, wo haufenweise herausgerissene Dornbüsche und kleine Bäumchen liegen und die Strasse nass  ist, dann weiss man, das hier vor kurzem ein erregter Elefant vorbeigekommen ist, dem man lieber nicht begegnen will. Die Dornbüsche mit ihren zentimeterlangen scharfen Dornen sind übrigens eine Leibspeise der Elefanten.

 


Nach zwei Tagen Addo fuhren wir weiter in die Berge, unser Ziel war der MOUNTAIN ZEBRA National Park, wo es unter anderem die nicht so häufig anzutreffenden Bergzebras gibt. Die Steppenzebras haben in ihren weissen Streifen noch graue Zwischenstreifen, die Bergzebras sind rein schwarzweiss und haben eine sehr schön klare Fellzeichnung bis hinunter zu den Hufen.
In den Bergen war es etwas kühler und das Camp bestand aus komfortablen Bungalows mit Terrasse, wo einem die Affen am Morgen das Frühstück vom Teller stahlen, wenn man nicht aufpasste.
Die meist ungeteerten Strassen führten bergauf und bergab durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit weiten Ausblicken, durch Steppen und Grasebenen, auf denen es nur so wimmelte von grasenden oder widerkäuenden Vierbeinern. Zebras, Gnus, von den Südafrikanern Wildebeest genannt, mit ihren gefährlich aussehenden gebogenen Hörnern, die Antilopen, die immer etwas dümmlich gucken und niesende Geräusche machen, Warzenschweine.  Auch das Wappentier Südafrikas, der Springbock, war zahlreich vertreten und wir mussten immer lachen, wenn sie aufgeschreckt flohen und dabei mit allen vier Beinen hoch in die Luft sprangen. Nicht zu vergessen Landschildkröten, Erdhörnchen, eine Manguste, Heuschrecken, Webervögel, Perlhühner, Strausse und andere Vögel.

ANTILOPEsPRINGBOCKErdhörnchenMangusteHeuschreckWebvogelperlh


aliwaAm Sonntag fuhren wir weiter nach Norden, in ALIWAL Nord, so stand es im Führer, sollte es radioaktive Heilquellen geben, grad das Rechte für meine Arthrose, also nix wie hin. Erst fuhren wir aus Versehen wieder aus der Stadt hinaus und gerieten in eine Polizeikontrolle, die nach dem Führerschein fragte, aber als wir nach  dem Bad fragten, gaben sie uns geduldig Auskunft und wollten danach auch nix mehr sehen.
Nach mehreren Anläufen fanden wir dann einen Parkplatz und ein Eisentor, wo man uns 44 Rand (ca. 4,50 Euro) abknöpfte. Zu Fuss kamen wir auf einen total verlassenen Campingplatz auf dem wir umherirrten, bis wir am anderen Ende ein kleines Tor fanden, das zu den Bädern führte. Wir kamen zu einem flacheren Becken, in dem das Wasser sprudelte und in dem einige Leute sassen. Das Hallenbad dahinter war völlig heruntergekommen, die Fenster verdreckt oder zerbrochen, in den Becken sprudelten noch die Quellen, aber auf der Oberfläche hatten sich schleimige Wolken gebildet, die Pflanzen drum rum waren nur noch vertrocknete Leichen. Wäre grade die richtige Kulisse für einen Horrorfilm gewesen. Das grosse Schwimmbecken im Freien sah allerdings etwas besser aus und es schwammen auch Leute drin, sodass auch wir eine halbe Stunde ins warme Wasser gingen.

 

 


AchtungschildautopweautophiatupreifErfrischt fuhren wir im "Free State" auf kleinen Strassen weiter, dicht an der Grenze zu Lesotho. Die Strassen wurden immer schlechter, die Schlaglöcher grösser und als Werner einigen tiefen Löchern am Rand der Strasse auswich, krachten die rechten Räder (in Südafrika wird ja links gefahren) in ein extrem tiefes, scharfkantiges Loch. Knall, Plattfuss vorne rechts, links ausrollen, halten. Die Strasse war, da Sonntagnachmittag 16:00 Uhr, nicht sehr stark befahren, aber die grossen Geländewagen mit ihren dicken Reifen rasten nur so vorbei. Nun mussten wir erst mal alle Taschen aus dem Kofferraum des kleinen Polo Vivo wuchten, dann Reserverad, Wagenheber und so weiter. Der vordere Reifen war schnell gewechselt, die Felge hatte eine derbe Macke. Zumindest konnten wir jetzt von der Strasse weg auf die Grasböschung fahren, sahen dann aber zu unserem Entsetzen, dass auch das Hinterrad einen tiefen Knick in der Felge hatte und der Reifen Luft verlor.
Nun war guter Rat teuer (im wahrsten Sinne des Wortes). Weit und breit nur Grasland, die nächste Ansiedlung war mindestens 20 Kilometer entfernt. Zum Glück funktionierte Werners Mobiltelefon, denn meines hatte trotz neuer Ersatzbatterie den Geist aufgegeben. AVIS telefonieren, hiess die Lösung und dort meldete sich auch eine hilfsbereite Dame. Einen Reifen könnten sie nicht schicken, meinte sie, aber einen Abschleppwagen, der auch gleich ein neues Auto für uns mitbringt. 
Der Wagen musste aber aus Bloemfontein kommen, etwa 120 Kilometer entfernt! Da hiess es warten, und warten und warten. Zwei oder drei verschiedene Damen von AVIS riefen immer wieder an, wie es uns denn gehe. Der Abschleppwagen war wohl auch nicht sofort losgefahren und rief auch ein paarmal an, wo wir denn jetzt genau wären, was wir schon X-mal erklärt hatten und es auch keine Verwechslungen geben konnte.
Die Sonne sank langsam hinter die Hügel, die Dämmerung setzte ein, es wurde dunkler und dunkler und wir standen in Afrika mutterseelenallein an einer nun einsamen Landstrasse.

HotelfraserAutoKiaAb und an hatte mal ein Auto gehalten und gefragt, ob wir Hilfe bräuchten, aber die meisten rasten nur vorbei. Als es  gerade dunkel war, kam endlich der Abschleppwagen die Strasse entlang, wir hatten die Innenbeleuchtung eingeschaltet, dass er uns auch sieht. Nun ging alles recht flott, Auto abladen, umpacken, oh je, dies Auto war ein Kia, trotz gleicher Kategorie viel kleiner als der Polo, wohin mit all dem Zeugs, das sich mittlerweile angesammelt hatte? Ich füllte einige Papiere aus, Werner lud das Gepäck um. Nach 20 Uhr konnten wir endlich weiterfahren, in stockdunkler  Nacht schlich ich dahin, um ja nicht auch noch in eines der Schlaglöcher zu fahren. 20 Kilometer zur nächsten Ansiedlung, keine Ahnung, ob es da eine Unterkunft gibt und was das für ein Dorf ist. Auf der Zufahrtsstrasse zum Ort nur dunkle Gestalten, ebenso in der Tankstelle, wo ich nach einer Unterkunft fragte. Nun wird man ja hier überall gewarnt, man solle sich vor allem bei Nacht nicht an den falschen Plätzen aufhalten, immer Vorsicht walten lassen und so weiter. Naturgemäss war es uns daher nicht sehr wohl, weiter in dieses Dorf hineinzufahren, aber die nächste Alternative war über 70 Kilometer entfernt auf der Schlaglochstrasse, und das gab den Ausschlag, unser Glück bei dem vom Tankstellenbesitzer vorgeschlagenen "Lord Fraser Hotel" zu versuchen. Über eine schmale Brücke ging's ins Dorf, vorbei an der verlassen aussehenden Polizeistation, alten, gammeligen Häusern, alles finster, nur ein paar schemenhafte Figuren lungerten herum. An einer Kreuzung plötzlich links von uns Aufruhr, drei, vier Polizeiautos, Krankenwagen, viele Leute, es sah nach Mord und Totschlag aus. Ich drehte auf der Strasse schnell um, als auch schon eines der Polizeiautos auf uns zufuhr und uns stoppte. Vier rabenschwarze Gesichter blickten uns fragend an. "Wir suchen eine Unterkunft für die Nacht!?" stotterte ich, "Kein Problem, nur da die Strasse runter." Auf meine Frage, ob das auch sicher sei, kam ein vierfaches Grinsen: "Total sicher!" Und der Aufruhr war "nur" ein Verkehrsunfall.  Lord Fraser stellte sich als altes englisches Landhaus heraus, geführt von Weissen und sehr ordentlich, sicher (Nachtwächter für's Auto) und gar nicht so teuer. Und am nächsten Morgen nach einem herzhaften Frühstück sah auch das Dorf in der Sonne viiiel freundlicher aus..... Als ich nun bei Sonnenlicht auf der Windschutzscheibe unseres neuen Wagens eine klitzekleine Macke sah, machte ich sofort ein Foto, welches uns später viel Geld ersparte.


GoldengateNPGoldengate2GG-GnuGG_WieseDie Strassen weiter nach Norden waren immer noch mit Löchern gespickt, aber wir schafften es ohne weitere Probleme bis zum GOLDEN GATE National Park zu kommen, wo wir eine Rundfahrt durch die spektakuläre Berglandschaft machten.

 

 

 

GGHausGGHausinnenHier übernachteten wir im Nachbau eines traditionellen Basothodorfs im BASOTHO CULTURAL VILLAGE.  Drei, vier Hütten sind zu einem Kral zusammengefasst und mit einem Zaun umrundet. Draussen blitzte und donnerte es und der Wind heulte um unser Rondavel, aber wir sassen trocken und sicher in der im traditionellen Rundbaustil errichteten Hütte mit Rieddach. Mit viel Komfort, Doppelbett, Küche, Bad und einer tollen Aussicht (bevor es dunkel und stürmisch wurde) auf die Berge des Golden Gate Nationalparks an der Nordgrenze zu Lesotho, mit Kojoten vor der Tür und Springböcken auf der Wiese.

 

 


BasothodorfBasothohäuptlBasothoFührerinBasMedmannAm nächsten Morgen hatten wir eine Verabredung mit einer Schwarzafrikanerin, die uns durch das Basotho Museumsdorf führte. Bei unserer Ankunft wurden wir auf traditionelle Art vom Ausguck angekündigt und zum in Felle gekleideten Häuptling geführt, mit dem wir Sorghum Bier tranken und dann die Erlaubnis erhielten, uns das Dorf anzusehen. Der Medizinmann warf ein paar alte Knochen durch die Gegend und verkündete die Zukunft, dabei schauten unter seinem Kuhfellüberhang die Jeans und blanke, schwarze Schuhe vor. Die Häuser des Dorfes stammen aus verschiedenen Entwicklungsstadien, eine Familie bewohnte früher immer mehrere Häuser, die innerhalb eines Zauns lagen. Das eine war die Kochhütte, das Zweite gehörte der ersten Frau, das nächste der zweiten Frau und so weiter. Die Häuser wurden mit den Jahren grösser und komfortabler, in der heutigen Zeit lebt die ganze Familie meist in einem Haus zusammen.

 

BashausBasKochhBaskücheBaselkBaswe

BAskücheBasküchebuntBasmusikWir lernten, wie Nahrung zubereitet wurde und wie sie schmeckt und wie man sich kleidete, wobei die Frauen wieder mal sehr viel schlechter wegkamen, behängt mit kiloschweren Kuh- und Schafsfellen, dabei machten sie noch die ganze Arbeit. „Mann“ hatte nur eine Decke umhängen und passte auf die  Viecher auf. Die farbenfroh bemalten Küchen mit ihrer lehmmodellierten Einrichtung gefielen mir ausgesprochen gut, auch die Häuser selbst sind bunt bemalt.
Die strohgedeckten Rundhütten sieht man vor allem in den ländlichen Gegenden hier noch oft, leider haben die Einheitshäuschen der Townships und  die verfallenen Slumhütten viele Gebiete erobert.  Während der Apartheid durften ja die Schwarzen nicht in den Städten bleiben, dafür wurden die Townships gebaut und jemand, der keine Arbeit hatte, wurde in Homelands weit draussen auf dem Land zwangsdeportiert. Es führt jetzt zu weit, auf die wechselvolle Geschichte Südafrikas einzugehen, das Internet hilft hier sicher weiter, vor allem Wikipedia hat gute Artikel und auch James A. Micheners Buch:“Verheissene Erde“ bringt dem Leser die Anfänge der Besiedlung Südafrikas in gut lesbarer Form näher.


OpelWir fuhren weiter hinauf in die Drakensberge und zum ROYAL NATAL Nationalpark mit seiner grandiosen Bergwelt und dem einmaligen natürlichen Amphitheater, was sich für uns leider hinter einer dicken Wolkenwand versteckte.
Wieder im Tal konnten wir in Newcastle unseren klitzekleinen Kia bei der AVIS Vertretung ohne Aufpreis in ein grösseres Modell,einen Opel Corsa, umtauschen, da nichts anderes vorhanden war, hatte dieser Wagen sogar Aircondition.
Allerdings machte die Managerin des AVIS Büros ein richtiges Theater, als sie die kleine Macke in der Windschutzscheibe entdeckte. Zum Glück konnte ich durch mein Bild beweisen, dass diese Macke bei Übergabe schon vorhanden gewesen sein musste, bei Nacht konnte man sie natürlich nicht sehen und ich hatte auch keine Mängelliste ausfüllen müssen. Nach geschlagenen drei Stunden mit vielen Telefonaten und Emails zwischen der Hauptstelle von Avis und dem Büro gab man uns dann das andere Auto und wir dachten, damit sei die leidige Geschichte erledigt. Der neue Wagen wurde dann auch von allen Seiten genauestens untersucht und fotografiert.
Endlich hatten wir wieder Platz für unser Gepäck, das mit der Zeit immer umfangreicher geworden war mit Kühlkiste und Lebensmittel, Ausrüstung etc.
Jetzt hiess es, auf zum Krügerpark, Löwen und Nashörner, wir kommen!

Wikipedia:
Der KRÜGER NATIONALPARK ist das größte Wildschutzgebiet Südafrikas. Er liegt im Nordosten des Landes im Lowveld in den Provinzen Mpumalanga und Limpopo. Er erstreckt sich vom Crocodile-River im Süden bis zum Limpopo, dem Grenzfluss zu Mosambik, im Norden. …Er umfasst eine Fläche von rund 20.000 km². Damit gehört er zu den größten Nationalparks in Afrika. Das Schutzgebiet wurde am 26. März 1898 unter Präsident Paul Kruger als Sabie Game Reserve zum Schutz der Wildnis gegründet. 1926 erhielt das Gebiet den Status Nationalpark und wurde in seinen heutigen Namen umbenannt. Im Park leben 147 Säugetierarten inklusive der „Big Five“, außerdem etwa 500 Vogelarten und 114 Reptilienarten.


nashimpnashimpnashvoAm imposanten Eingang MALELANE, ganz im Süden des KRÜGER NATIONALPARKS, erledigten wir den notwendigen Papierkram und suchten uns eine Route aus, die uns gegen Abend zu unserem ersten Camp LOWER SABIE bringen sollte. Auch hier galt, um sechs Uhr abends werden die Tore der Camps geschlossen, wer später kommt oder draussen erwischt wird, hat grossen Ärger, um sechs Uhr morgens darf man wieder raus.
Schon nach einigen Kilometern sahen wir unsere ersten Tiere, zierliche Impalas mit hellbraunen Fell und schwarzen Stulpen, die Böcke mit leicht gebogenen Hörnern, sie sollten uns immer wieder im Park begegnen. Mit 20-30 Stundenkilometer schlichen wir auf der unbefestigten Strasse vorwärts, für zwei seltsame Vögel genug Zeit, sich vom Boden auf einen nahen Ast zu schwingen,  Nashornvögel, putzige Gesellen mit grossen gebogenen Schnäbeln, die immer paarweise auftreten und mit Vorliebe auf den Strassen sitzen. Wir versuchten, während der Fahrt den dichten Busch zu beiden Seiten mit den Augen zu durchdringen, jeder auf seiner Seite, plötzlich ein Aufschrei von Werner: „Halt, halt, Nashorn an Steuerbord“ und da lag „unser“ erstes Nashorn gemütlich widerkäuend im hohen Gras, fast hätten wir es hinter den allgegenwärtigen Impalas nicht entdeckt. Es war ein grosses Tier mit einem gut einen halben Meter langen Horn.

elefelefGleich danach kam eine Familie Perlhühner aus dem Busch, mit ihrem schwarzen Gefieder mit weissen Flecken und den blauen Köpfen gekrönt von der roten Haube sind sie nicht zu verwechseln.
 Eine Elefantenkuh mit Jungem trat vor uns aus dem Busch und kurz darauf kreuzte eine ganze Herde die Strasse,  wir wurden von den älteren Kühen misstrauisch beäugt und verhielten uns ruhig.

 

 

 


nashnashUnd nur wenige Minuten später entdeckten wir in einer Lichtung direkt an der Strasse zwei gewaltige Breitmaul Nashörner umgeben von blauschwarz schillernden Glanzstaren. Fast zehn Minuten lang beobachteten wir das Nashornpaar beim Grasen bis sie uns ihre dicke Hinterseite zeigten und langsam im Busch verschwanden.
Wer hier zu schnell fährt, wie manche Touristen, die „den Krügerpark in einem Tag machen“, sieht nicht viel.

 

 

Giraffe GiraffeKudus und Warzenschweine links, Zebras und Nialas rechts, Paviane und Impalas mitten auf der Strasse und dann auch noch eine Giraffe, die genüsslich die jungen Triebe eines Baumes in 6 Meter Höhe abknabberte, als wir nach fast 80 Kilometer Holperstrasse im Park abends staubig und müde im Camp Lower Sabie ankamen, waren wir total begeistert.
Wir sind froh, dass wir uns viel Zeit für den Park genommen haben. Zwei Übernachtungen im südlichen Camp, eine etwas weiter nördlich, und zwei weitere im mittleren Teil des Parks in einer sehr kleinen Anlage mit nur 6 Rundhütten, insgesamt fünf volle Tage Krügerpark und am Ende hatten wir noch lange nicht alles abgefahren, der gesamte Norden fehlt uns komplett. Der Krügerpark erstreckt sich 350 Kilometer von Süd nach Nord und 54 km von Ost nach West an der Grenze zu Mozambique, wo er in einen anderen Nationalpark übergeht, vor nicht allzu langer Zeit fielen die Grenzen zwischen beiden Parks, so dass die Tiere jetzt ungehindert wandern können.Am nächsten Morgen wurden wir auf der Strasse von einem hochrädrigen Geländewagen angehalten. Der Fahrer teilte uns aufgeregt mit, dass unter dem nächsten hohen Baum ein Nashorn mit einem gewaltigen Horn liegen würde. Wir entdeckten das Tier dann auch, was wir ohne Hinweis nicht getan hätten, da unser Auto sehr viel tiefer lag als der Geländewagen mit der wesentlich besseren Aussicht. Wir streckten die Hälse aus dem Fenster, ich konnte es mir nicht verkneifen, die Tür ein wenig zu öffnen, um wenigsten ein Foto machen zu können. Leider sah man vor lauter Gras nicht viel, aber das enorme Horn war doch zu erkennen. Später las ich, dass es über einen Meter lang ist. Diese Hörner,  die  z.B. in China, zu Pulver verrieben, ein begehrtes Aphrodisiakum darstellen (und das in Zeiten von Viagra), sind auch der Grund, warum selbst in den Parks die Zahl der Nashörner stetig abnimmt. Wilderer mit modernster Ausrüstung fliegen mit Helikoptern ein, schiessen ein Nashorn mit lautlosen Betäubungsgewehren, hacken ihm bei lebendigem Leib die Hörner mitsamt einem Teil des Kopfes ab und lassen den sterbenden Kadaver zum Verrotten liegen, während sie schon längst wieder in der Luft sind. Gegen solche Übergriffe international agierender Banden mit weltweiten Verbindungen sind die Parkverwaltungen fast machtlos Das Spitzmaulnashorn ist schon fast ausgerottet und die Breitmaulnashornpopulation ebenfalls bedrohlich dezimiert. Auch andere Tierarten sind von der Wilderei bedroht.

flussnilpUnser nächstes Ziel war der Hippo-Pool, das „Nilpferd-Schwimmbad“ im Krokodilfluss, der dort breit und flach ist mit vielen bewachsenen Inseln. Hier wartete ein schwarzafrikanischer Parkwächter, der uns mit umgehängtem Gewehr bewachte, als wir ausstiegen und uns auf die nahegelegenen Felsen führte, von wo man einen guten Blick über’s Wasser hatte. Unter uns war im seichten Wasser deutlich ein Krokodil zu erkennen und im tieferen Teil tauchte plötzlich der graue Kopf eines Hippos auf, das uns mit aufgerissenem Maul begrüsste. Am entfernten Ufer trottete eine Herde Elefanten entlang, die uns gegenüber ins Wasser gingen und zu einer Insel im Fluss schwammen. Der Wächter zeigt uns dort Felsmalereien der Kho-San, die um 400 nach Christus entstanden waren, diese Buschmänner hatten lange vor Ankunft der Weissen und auch der anderen afrikanischen Stämme hier gelebt und waren später von den Buren, die sie Hottentotten nannten, vertrieben oder versklavt worden.

 

 

seeniladlernilpNach weiteren 147 Kilometer Fahrt kreuz und quer durch den südlichen Teil des Parks kamen wir abends kurz vor Torschluss zu einem aufgestauten See, in dem es vor Nilpferden nur so wimmelte, auf den abgestorbenen Bäumen waren riesige bewohnte Adlernester, ein Krokodil schwamm vorbei, aber die Zeit drängte und wir mussten weiter ins Camp.

 

 

 

geiertalelefWir hatten an diesem Tag viele Tiere gesehen, unter anderem Giraffen, Warzenschweine und  Gnus, aber noch keine Löwen oder andere Katzen, also hiess es am nächsten Morgen aufstehen um halb sechs, damit wir pünktlich um sechs Uhr bei Toröffnung losfahren konnten.  Erst nochmal zum Nilpferdsee, dann eine Anhöhe hinauf, von dort hatten wir einen grandiosen Blick ins nebelverhangene Tal, über dem gerade die Sonne aufging.
Hier endete das dichte Buschwerk und eine Savanne mit hohem Gras und einzelnen Bäumen erstreckte sich vor uns. Unter einer Akazie stand ein einsamer Elefantenbulle, Büffel kämpften auf der Strasse, Geier sassen auf den Bäumen, ein Krokdil sonnte sich am See, aber keine Spur von Löwen.

See Krokodil

Frühstück zurück im Camp Lower Sabie und dann weiter nach Norden zum nächsten Übernachtungscamp Satare
„Neue“ Tiere auf der Strecke waren vor allem Vögel, grosse Vögel, wie die wie griesgrämige Buchhalter wirkenden Marabus am Fluss, ein aufgeregter Sekretärvogel im hohen Gras und ein Sattelstorch oder kleine farbenfrohe Vögel, die auf den höchsten Spitzen der Büsche sassen und immer wieder die Glanzstare und die putzigen Nashornvogelpaare.

lower SabiemarabusatelstorchsekretärVogelGlanzstar

 

LoewinnenSatareWegweiserUnd endlich die Nachricht von einem vorbeifahrenden Auto:“Löwinnen unterm Baum gesichtet“, der Platz war nicht zu verfehlen, da schon einige Autos dort standen und man sich sozusagen anstellen musste um langsam zur besten Position vorzufahren. Erst sahen wir gar nichts aus unserem kleinen Auto heraus, aber als wir uns reckten, tauchten zwei paar Ohren aus dem Steppengras auf und dann zwei Köpfe und Schwänze, ruhende Löwinnen, die den ganzen Autorummel zwar aufmerksam, aber gelassen verfolgten. Nicht so fürchterlich aufregend, aber zumindest unsere ersten Löwen. Die Strassen im Park sind gut kartiert, nummeriert und mit Steinwegweisern ausgeschildert, sodass wir alle Abzweigungen fanden und gut planen konnten. Wir bezogen für eine Nacht unser Rondavel mit Aussenküche im Camp SATARE und morgens ging es wieder in aller Herrgottsfrühe los zu unserer Morgentour.

 

 

WasserbockWasserbockBaobabLoewe1Ein Wasserbockpaar blickte vom morgendlichen Grasen hoch, als wir vorbeischlichen, angestrengt jeden Baum und Strauch musternd. Einige Schakale schnürten auf dem Heimweg von ihren nächtlichen Raubzügen vorbei, wir bestaunten einen der spärlich vorkommenden, massigen Baobab Bäume, die aussehen, als ob man sie umgekehrt in die Erde gepflanzt hätte. Ganz in der Nähe davon war einer der wenigen Rastplätze, wo man das Auto, natürlich auf eigene Gefahr, verlassen konnte. Die Toilette dort war ein willkommener Anblick, oft mussten wir stundenlang aushalten, bis sich eine solche Gelegenheit bot. Als wir wegfuhren, kamen noch weitere Besucher, die wir im Rückspiegel noch herumlaufen sahen, als uns ein männlicher Löwe mit zotteliger Mähne, der die Strasse direkt vor uns überquerte, zum Anhalten zwang. Er schien von uns überhaupt keine Notiz zu nehmen und schritt majestätisch aus, um in kürzester Zeit  wieder im hohen Gras und Buschwerk zu verschwinden. Den hatten nur wir gesehen, den Menschen hinter uns ausserhalb ihrer Autos war nicht bewusst, wie nahe ein wilder Löwe an sie herangekommen war.

 

Loew2GiraffegirImpalasDoch es sollte noch besser kommen, später am Tag kam wieder die Nachricht: „Löwen voraus“. Unter einem Baum lagen drei männliche Löwen, die ab und an den Kopf hoben um sich gelangweilt umzusehen. Ihr Fell machte einen mottenzerfressenen Eindruck,  sie schienen schon älter zu sein, aber vielleicht sind wir auch die makellosen Felle der Zoo- und Zirkuslöwen gewöhnt, die nie mit ihrer Beute und ihren Artgenossen kämpfen, bis die Fetzen fliegen. Wir erspähten Kudus, Nilpferde, Giraffen, Gnus, tanzende Zebras, riesige Heuschrecken, Webervögel und immer wieder die allgegenwärtigen Impalas  auf unserem Weg zum Camp BALULE, das nur aus sechs primitiven Rundhütten, einer offenen Kochhütte und einem Sanitärblock besteht, rundherum ein hoher Maschendrahtzaun.

 

 

GnuGnugnuZebrasBüffelBalulue

 

HyaeneHyaeneHyaeneWir richteten uns ein wenig ein und da es noch früh am Tag war, fuhren wir zum OLIFANT CAMP, einem der Hauptcamps, das hoch über dem Olifant River liegt und eine tolle Aussicht über den Fluss und die dahinter liegende Savanne bietet. Dort übernachten wollten wir allerdings nicht, da war unser kleines Camp gerade richtig, denn gleich hinter dem Zaun lebte eine Fleckenhyänenfamilie, die wir ausgezeichnet beobachten konnten. Obwohl allenthalben davor gewarnt wird, die Tiere nicht zu füttern, fällt wohl doch ab und an hier Futter ab, sodass die Tiere schnell lernen, wo man sich einfach den Magen füllen kann.
Nach einer Nacht, die immer wieder vom heiseren Husten der Hyänen durchbrochen wurde, sahen wir die Familie früh am Morgen auf der Straße beim Camp wieder. Die halbwüchsigen Jungen waren ja noch drollig anzusehen, aber als eine grössere Hyäne mit ihrem herabhängenden Hinterteil und dem zu grossen Kopf mit dem kräftigen Gebiss ganz nah am Auto vorbei lief und uns mit ihren schwarzen Knopfaugen fixierte, dachte ich, dass sie irgendwie doch abstossend auf uns wirken.

 

BaobabBaobabEin weiterer Baobabbaum stand am Weg und dann sahen wir endlich zwei mächtige Löwen, die ganz nah an der Strasse lagen und sich zu Schau stellten (ob die nicht doch von der Parkverwaltung von 8 bis 17 Uhr angestellt sind??). Nein, im Ernst, König Löwe zeigte sich von allen Seiten, stand auf, ging ein paar Schritte, legte sich wieder hin, Kopf rechts, Kopf links, putzen, ausgiebig  gähnen und dann hatte er genug und stolzierte davon, ungeachtet der Autos, die überall herumstanden, Ende der Show. Auf unseren Fahrten suchten wir auch die Äste der Bäume ab, da sie oft Leoparden und Geparden als Schlafplatz dienen. Einmal standen wir mit anderen Autos vor einem Baum hinter dem angeblich eine Leopardenfamilie im tiefen Gras lag, aber nach langem Warten, bei dem sich nicht mal ‘ne Schwanzspitze zeigte, fuhren wir weiter. Der Leopard war dann auch das einzige Tier der „Big Five“, das wir nicht sahen.

 

 

 

Loewloewloew

ElefbullElefElefelefElefWir kehrten zurück zum Olifant Camp und besuchten die Elefantenhalle. In diesem Museum sind unzählige Informationen  über Elefanten zu sehen, ganze Schädel und Skelette. In der „Hall of Fame“, der Ehrenhalle, sind  die mächtigen Stosszähne der „Magnificent Seven“, der sieben „Grossartigen Elefanten“, mit Bild und Lebenslauf ausgestellt.  Manche der Zähne sind gerade, manche ungleichmässig gebogen, aber alle so schwer, dass die älteren Tiere grosse Mühe hatten, sie zu tragen.

 

 

PhlaborwaAutoVon hier aus fuhren wir nach Osten zum nächsten Parkeingang PHALABORWA, etwa in der Mitte des Parks, für den Norden hatten wir leider keine Zeit mehr.
Kurz vor Ende des Parks besuchten wir eine kleine Museumsanlage, die an einem Hang ein altes Dorf mit Rundhütten zeigte, wo früher schon Eisen verhüttet und Tongefässe gebrannt wurden, dann ging es hinaus auf breite, geteerte, zum Teil kerzengerade verlaufende Strassen, ganz ungewohnt nach 726 Kilometern über staubige,  fast immer unbefestigte, holprige Strässchen im Park.

 

 

BlydeRiverBlyde3SistersNächstes Ziel war der grandiose BLYDE RIVER CANYON mit seinem mächtigen Staudamm, wo man auch mal zu Fuss unterwegs sein durfte, statt nur im Auto zu sitzen. Der Blick vom Wasser hinauf und von oben auf die Schluchten des Canyons und die umliegenden Felsformationen, wie die Two Sisters, ist atemberaubend. Von der oben um die Schlucht führenden Strasse aus hielten wir an jedem Aussichtspunkt.

Am nächsten Tag ging es weiter zu Aussichtspunkten, die so treffende Namen hatten wie „Gods Window“ (Gottes Fenster), am Wegrand wildwachsende Lilien und schillernde Eidechsen.

GodsWindow

 

Leider drängte uns nun die Zeit, denn wir waren mit unseren Freunden in Brits verabredet, dort sollte am nächsten Tag, Donnerstag, 10.3., ein grosses Ereignis stattfinden, der erste öffentlichen Flug mit Wasserlandung auf einem Stausee mit einem SEAGLE Wasserflugzeug, was dann auch ein grosser Erfolg wurde.

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Unsere Freunde Babara und Rainer hatten wir schon 1987 auf der Karibikinsel St. Lucia kennengelernt, als sie mit einem Mietwagen die Insel erkundeten und wir mit unserer ANTAIA vor Anker lagen an der Bucht, an der sie rasteten. Wir verstanden uns auf Anhieb, sie kamen zu uns auf‘s Boot und wir fuhren mit ihnen im Mietwagen durch die Gegend. Seit damals stehen wir in losem Briefkontakt, sie reisten lange durch Afrika, zogen dann nach Südafrika, wo sie sich auf dem Flugzeughangar von BRITS Airfield nordöstlich von Pretoria, häuslich niederliessen, Leichtflugzeuge importieren, zusammenbauen und verkaufen. Sie machen Schulungen und fliegen auch mit Touristen. (Webseite:www.wingsandtracks.com) Wir hatten in den vergangenen Jahren vor allem Rainer während unserer Deutschlandaufenthalte ab und an getroffen, wenn er gerade die AERO-Messe in Friedrichshafen am Bodensee besuchte.

FlamingoLambadaNun machten wir unser jahrelanges Versprechen, sie mal in Afrika zu besuchen, endlich wahr. Geplant war gewesen, eine mehrere Tage dauernde Flugsafari zu machen, was jedoch leider aus unvorhergesehenen Gründen nicht stattfinden konnte, aber wir konnten trotzdem einige Male mit Rainer oder Will, einem befreundeten Piloten, mit zweisitzigen Propellermaschinen, einer Flamingo und einer Lambada, fliegen, wobei wir auch selbst steuern durften. Da in der Gegend einige private Naturparks sind, konnten wir nun auch aus der Luft Gnus, Büffel, und andere Herdentiere, ja sogar Elefanten und Nashörner und Giraffen beobachten. Wir flogen bis zu den Bergen im Norden und über die Townships und Slumgebiete in der Nähe von Pretoria. Ein grossartiges Erlebnis!

 

Von Flugplatz aus, wo Hangars und Wohnhaus dicht beisammen liegen, machten wir Ausflüge in die nähere Umgebung, wobei wir einen Löwenpark besuchten, wo man mit den Jungtieren schmusen durfte. Das schon in jungen Jahren imposante Gebiss erinnerte mich daran, dass selbst unsere Katze mit ihren Minizähnen ganz schön zubeissen konnte. Einige der Löwen hatten ein fast weisses Fell, die Kleinsten wurden noch mit der Flasche gefüttert.

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SterkfonteinSterkf HomWir besuchten auch die STERKFONTAIN HÖHLEN, die „Wiege der Menschheit“, wo Knochen- und Schädelfunde gemacht wurden, die der Forschung über unseren Werdegang als Menschen neue Erkenntnisse bescherten.

Sieht man doch, oder?

 

 

 

Mit Barbara fuhren wir in die Hauptstadt Südafrikas, PRETORIA. Dort kann man als Weisser in der Innenstadt noch relativ gefahrlos unterwegs sein. Das ganz in der Nähe gelegene Johannesburg, Jo’burg genannt, haben wir aus Sicherheitsgründen nicht besucht, da es dort nur einen kleinen uninteressanten weissen Stadtteil gibt, der Rest der Stadt ist für Weisse zu gefährlich, selbst am Tage. Viele weisse Fachkräfte wie Ärzte und Ingenieure wandern derzeit aus, vor allem nach Australien, Kanada und der USA.

In Pretoria gaben wir unseren Mietwagen bei AVIS zurück, wobei wir eine saftige Rechnung vorgelegt bekamen. Die gesamte Miete hatte ich schon vorher bezahlt, deshalb weigerte ich mich, diese Rechnung, die fast so hoch war wie die gesamte Miete für sechs Wochen, unbesehen zu entrichten. Es stellte sich heraus, dass die kaputten Felgen und die ganze Abschleppgeschichte nur mit etwa 40 Euro berechnet worden waren, was in unseren Augen noch recht billig ist. Allerdings wurde uns eine komplette Windschutzscheibe in Rechnung gestellt, da bei Abgabe des Kia durch den nächsten Mieter (!) in Durban, die Scheibe angeblich ganz gesprungen war. Wir protestierten und wiesen darauf hin, dass wir schon bei Abgabe des Wagens stundenlang verhandelt hatten und meine Bilder zum AVIS Hauptquartier geschickt worden seien, wir hatten gedacht damit wäre die Sache erledigt gewesen. Jetzt fing das Telefonieren an, die Managerin rief überall an, wir warteten und warteten, wäre dies am Flughafen geschehen, hätten wir wohl aus Zeitgründen einfach bezahlen müssen, aber so wollten wir nicht klein beigeben, es ging schliesslich um mehrere hundert Euro. Am Schluss fuhren wir mit Barbara wieder zurück und nach mehreren Telefongesprächen und einem weiteren Besuch im AVIS Büro ein paar Tage später, konnte die Sache dann zu unserer Zufriedenheit geklärt werden und wir mussten nur die 40 Euro zusätzlich bezahlen. Gut, dass ich die Bilder von der Macke als Beweis gemacht hatte.

 

Danach konnten wir die historischen Gebäude der Stadt, das Haus des ehemaligen Präsidenten Ohm Krüger und seine überlebensgrosse Statue im Park, sowie das monumentale Voortrecker Denkmal auf einem Hügel und das Parlaments Gebäude am gegenüberliegenden Hügel in Ruhe besichtigen.

 

 

 

 

Zu schnell vergingen die elf Tage und am 21.März, dem Feiertag „Human Rights Day“  (Menschliche Grundrechte Tag) verabschiedeten wir uns auf dem Tambo International Airport bei Jo’burg von unseren Freunden (DANKE!) und Südafrika und flogen mit Swiss Air in elf Stunden mit dem Airbus 340 nach Zürich in der SCHWEIZ. Landeanflug über den Züricher See mit Schneebergen im Hintergrund, gerade als die Sonne aufging.

Von Zürich fuhren wir mit der Bahn nach TUTTLINGEN in DEUTSCHLAND. Dort stand schon mein Vater am Bahnsteig, um seine Tochter und seinen Schwiegersohn nach fast zwei Jahren wieder in die Arme zu schliessen und uns nach WURMLINGEN nach Hause zu fahren.

 

BWLeider hat meine Mutter schon seit einigen Jahren fortschreitende Demenz und wird von meinem Vater rund um die Uhr liebevoll betreut. So verbrachten wir die Zeit bis August hauptsächlich in Wurmlingen, wo wir Besuch von befreundeten Seglern und aus Amerika hatten, besuchten aber auch Werners Geschwister und andere Freunde weiter im Norden. Erwähnenswert ist noch unser Besuch im Museumsbergwerk Kleinen Bremen und der Eisenerzgrube Wohlverwahrt. Wie die Kumpels früher fuhren wir ausgestattet mit Helmen mit der Bahn ins Bergwerk ein. Ein Führer erklärte wie das Erz abgebaut wurde und führte uns tiefer und tiefer in den Berg. Mit einer kleinen Bahn ging es noch weiter hinunter, wo das erzhaltige Gestein so abgebaut wurde, dass zum Abstützen riesige Säulen stehenblieben. Wir kamen uns vor wie die Gefährten im „Herr der Ringe“ unten in Moraia, bloss keine lauten Geräusche oder gar Schädel rumwerfen, sonst kommen die Orks.

Wieder sicher an der Oberfläche machten wir noch einen nostalgischen Abstecher zur Weser-Schachtschleuse in MINDEN, wo wir vor 25 Jahren mit unserem Segelboot ANTAIA auf dem Weg zur Nordsee und unserer (halben) Weltumseglung durchgekommen waren. Was haben wir seither alles erlebt….!

Auch der Besuch der Porta Westfalica mit dem Kaiser Wilhelm Denkmal und ein Bummel durch die Stadt CELLE mit wunderschönen Fachwerkhäusern soll nicht unerwähnt bleiben.
An dieser Stelle herzlichen Dank an all unsere Freunde, die uns auf dieser Reise so liebevoll aufgenommen und bewirtet haben.

 

 

 


Am 3. August fuhr uns mein Bruder Ingo nach ZÜRICH zum Flughafen und mit Emirates Airlines ging es beladen mit je 30 Kilo Gepäck, was bei Emirates frei erlaubt ist, plus Handgepäck wieder nach Dubai.
Wir hatten hinten im Flieger die ZweierSitze (je Seite sind drei mal zwei Sitze am Ende des Flugzeugs). Ankunft morgens um halb sieben in DUBAI. Beim Rausgehen wurden wir angehalten und unser Gepäck geröntgt,  die Tasche mit dem vielen technischen Kram war verdächtig. Die Angestellte an der Röntgenmaschine stand auf und wollte grad ihren Boss rufen, als ich fragte, was los sei. Sie fragte nach dem Inhalt der Tasche, ich sagte, viel technischer Kram für ein Boot, wir seien auf dem Weg zu unserem Boot. Sie fragte nochmal "für's Boot? Oh ja, alles klar!!! " Puuh. Wir hätten nicht gern da ausgepackt, da hier die Einfuhr von allem Möglichen bei hoher Strafe verboten ist. Vor allem Medikamente, die bei uns völlig harmlos sind, wie zum Beispiel Hustensaft, werden als verbotene Drogen angesehen, bei deren Besitz man sofort ins Gefängnis wandert. Es kursieren Berichte, dass ein Schweizer Reisender ein Mohnbrötchen auf dem Abflugflughafen gegessen hatte und bei der Ankunft in Dubai drei Körnchen Mohn auf seiner Jacke gefunden wurden, das reichte, um für Jahre ins Gefängnis zu wandern. Wir hatten uns natürlich in Deutschland auch wieder mit allen möglichen Medikamenten eingedeckt, für einige hatten wir sogar eine ärztliche Bescheinigung ausfüllen lassen, aber z.B. meine Tabletten gegen Kieferhöhlenentzündung, in einer Apotheke in Australien frei gekauft, waren verboten, da hatte ich schon beim ersten Besuch Dubais eine Untersuchung gefürchtet.

Als wir aus dem klimatisierten Flughafengebäude traten, merkten wir sofort den Unterschied zum kalten Februar, wo wir vor Kälte geschlottert hatten, es war mittlerweile Sommer und um 7 Uhr morgens hatte es bereits 35 Grad Celsius. Wir nahmen ein Taxi zum Hotel. Die Taxifahrerin war eine Frau, zwar mit Kopfbedeckung, aber unverschleiert und sie erklärte uns, dass dies, im Gegensatz zu Saudi Arabien, wo es allen Frauen verboten ist, Auto zu fahren, hier in Dubai kein Problem ist. Es gibt sogar Busfahrerinnen.

Ich hatte uns im Internet über den Hotel Club eine gute Unterkunft zum Schnäppchenpreis im Winchester Grand Deluxe Hotel Appartement gebucht. Erst landeten wir im falschen Hotel, das richtige (gleicher Name! um die Ecke) wurde benachrichtigt und man holte uns ab. Hotel angenehm, das Beste: Swimmingpool (warm) mit Whirlpool (sehr heiss) auf dem Dach mit toller Aussicht. Zimmer auch gut,  mit kleiner Kochnische, sogar Waschmaschine, Kühlschrank, Klimaanlage, etc. und das alles für 45 Euro pro Nacht!

Trotz Ramadan leisteten wir uns erst mal ein Frühstück, bis das Zimmer bezogen werden konnte. Der Monat August war in diesem Jahr der Fastenmonat Ramadan, wo man von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und trinken darf, vor allem in der Öffentlichkeit. Die „Ungläubigen“ können jedoch in ihren Hotels oder in abgetrennten Speisesälen ihre Mahlzeiten einnehmen. Da wir eine Küche im Zimmer hatten, war das für uns kein Problem, in der Öffentlichkeit nahmen wir allerdings nicht mal einen Schluck Wasser zu uns, die Gesetze sind streng in Dubai und die Bestrafung kann hart ausfallen, wenn man sie übertritt.

 


Das Hotel bot einen kostenlosen Bus Service an, mit dem wir uns an alle möglichen Ecken Dubais fahren liessen, zum Museum am Creek, zur gewaltigen Dubai Mall, die ein riesiges Aquarium integriert hat und Einkaufen wie in TausendundeinerNacht bietet, an den Strand, in die Altstadt. Mit der Metro, die außer unter dem Creek durch oberirdisch verläuft und eine schöne Aussicht bietet, fuhren wir mit Tageskarte von einer Endstation zur anderen.


Trotz der erdrückenden Hitze von um die 50 Grad tagsüber waren wir oft zu Fuss unterwegs, manchmal auf menschenleeren Strassen, bis wir zum Abkühlen in einen der vielen eiskalten Einkaufspaläste gingen. Am Freitag, dem moslemischen Ruhetag, gingen wir an den öffentlichen Strand Jumeirah Beach zum Baden, wobei das Wasser brühwarme Badewannentemperatur hatte und es unmöglich war, barfuss im Sand zu gehen, obwohl wir ja einiges gewohnt sind.

 

Am Sonntagabend lösten wir mein Geburtstagsgeschenk an Werner ein, das „At the Top“ Erlebnis, einem Aufenthalt auf der Aussichtplattform des höchsten Gebäudes der Welt, dem BURJ KHALIFA, in 800 Meter Höhe, die Fahrt hinauf mit einem Expresslift ist auf Tage und Monate ausgebucht oder kostet statt 20 Euro pro Person 80 Euro!
Ich hatte vor Wochen gerade noch zwei Plätze ergattern können, leider erst um 19 Uhr abends. Wir standen schon früh in der Schlange vor der Kontrolle, was unser Glück war, da Werner unerlaubterweise sein Taschenmesser dabei hatte und ich damit nochmal raus sausen musste. Ich konnte es zum Glück am Eingang hinterlegen und kam gerade noch so rechtzeitig zurück, dass wir unseren genau festgelegten Zeitpunkt zur Auffahrt nicht verpassten. Die Aussichtsplattform zieht sich rund um den Turm und ist voll verglast bis auf eine Terrasse, die oben offen ist. Die Sonne ging gerade rot im Dunst über dem Meer unter und langsam gingen die bunten Lichter der Stadt an. Dubai hat eine wahnsinnige Architektur mit vielen verschiedenen Gebäuden und Wolkenkratzern. Dazwischen trockene Sandstriche und flache Lehmgebäude, alles zieht sich auf einem engen Küstenstreifen am Meer entlang, gleich dahinter beginnt die Wüste. Vor der Küste liegen die künstlich aufgeschütteten Inseln in Form einer kleinen und grossen Palme und die noch nicht ganz fertiggestellten Insel in Form der Erdteile der Welt. Das Hotel Burj al-Arab, geformt wie ein Segel, steht ebenfalls auf einer künstlichen Insel und hat die teuersten Hotelzimmer, eine Nacht kostet um die 2500 Euro, der Zugang ist für Nichthotelgäste nicht möglich, wir haben es versucht. Wir hatten gehofft, all dies von oben zu sehen, aber der dicke Dunst machte es unmöglich. Dafür waren die Ausblicke im Dunkeln über die nun hellerleuchtete Stadt und auch hinab zu den beleuchteten Springbrunnen der Dubai Mall überwältigend. Wir hielten uns über eine Stunde oben auf bis wir uns wieder in die Schlange einreihten um nach unten zu rasen.

Wir hatten in Deutschland zufällig eine Vierstundenreportage über den Bau dieses Hochhauses gesehen, in dem die luxuriösen Wohnungen und das Restaurant gezeigt wurden, dabei wurden auch die Wasserfontänenshow des Sees am Fusse des Burj Khalifa erwähnt, die wir uns nun ansehen wollten. Schon zwei Tage vorher hatten wir die Dubai Mall ausgekundschaftet, das gewaltige Aquarium mitten in der Einkaufshochburg bestaunt und geschaut, wo man gut essen gehen konnte. Unsere Wahl war auf ein kleines Restaurant im oberen Stockwerk der Mall gefallen, das eine grosse Terrasse hatte, die genau über der Springbrunnenanlage lag. Hier sassen wir nun gemütlich beim Abendessen, während sich vor uns eine einmalige Show entfaltete. Alle halbe Stunde beschrieben beleuchtete Fontänen ein Wasserballett jeweils zu verschiedener Musik, ein grandioses Schauspiel, von dem wir gar nicht genug bekommen konnten.

 

In Dubai wird an allen Ecken und Enden kräftig gebaut, allerdings stehen viele Gebäude und Läden total leer, das Ganze kam uns vor wie eine gigantische, schillernde Seifenblase, die kurz vor dem Platzen steht.

 

 

 

 

 

Auch ein Moscheebesuch  in der JUMEIRAH Moschee am Sonntagmorgen durfte nicht fehlen, wobei wir von zwei zum Islam konvertierten Engländerinnen in schwarzen Burkhas in den Glauben und  die Gebräuche des Islam eingeführt wurden. Langer Rock und Kopftuch waren für die weiblichen Besucher vorgeschrieben. Dies ist die einzige Moschee in Dubai, die von Nichtmuslimen betreten werden darf.

Und am Sonntagnachmittag ging’s ab in die Wüste. Wir wurden von einem Allradfahrzeug abgeholt zusammen mit drei anderen Personen. Der Fahrer war in das typische weisse lange „Hemd“ gekleidet mit der traditionellen Kopfbedeckung. Wir trafen uns an einer Tankstelle mit anderen Allradfahrzeugen und gemeinsam ging es dann Richtung Sanddünen. Aus den Autoreifen wurde ein Teil der Luft abgelassen, ein Trick, den wir schon in Australien mit unserem Allradcamper gelernt hatten, denn im weichen Sand greifen die Reifen so wesentlich besser. Dann hiess es gut anschnallen und festhalten und los ging‘s. Mit Karacho die Dünen rauf und runter, seitlich an ihrem Rand entlang schlingernd, über Vertiefungen fliegend, fotografieren war praktisch unmöglich, da wir uns trotz Gurt mit beiden Armen und Beinen am Dach und sonst wo abstützen mussten.


Das vorausfahrende Auto sah mehr als einmal aus, als würde es sich gleich überschlagen und uns ging es nicht besser. Die Stimmung im Auto war ausgelassen und mit vielen Juhuus und Empffs, wenn der Wagen mal wieder durch die Luft segelte und dann hart aufsetzte, ging es in rasender Fahrt durch meterhohe Sanddünen.  An einem Aussichtspunkt konnten wir unsere durcheinander geschüttelten Knochen wieder zusammensammeln und die sich bis zum Horizont hinziehende Dünenlandschaft in der niederstehenden Sonne bewundern, bevor es zum nächsten wilden Ritt weiterging, der uns zu einem Beduinenlager in der Wüste führte. Hier durfte man sich als Kamelbändiger  betätigen, Wasserpfeife rauchen, sich mit Henna bemalen lassen, oder sich einfach auf bequemen Sitzkissen austrecken und auf’s Abendessen warten, das  am Büfett serviert wurde, sobald die Sonne untergegangen war. Da Ramadan war, gab’s als Unterhaltung keinen Bauchtanz, sondern einen wirbelnden Derwisch Tänzer in vielen bunten Röcken. Beim Hinsehen wurde einem schon schwindlig, wie er sich immer schneller um sich selbst drehte, dabei bunte Teller jonglierte oder seine Röcke, die im Dunkeln leuchteten, um sich raffte, dass er wie eine Blüte aussah . Satt und müde bestiegen wir spät wieder unser Auto, das uns ohne wilde Jagd wieder zurück zum Hotel brachte, wo unsere letzte Nacht in Dubai anbrach.

Der nächste Tag sah uns schon wieder im Flieger, diesmal auf besonderen Wunsch von Werner dem neuen Airbus A 380-800 mit seinen zwei Stockwerken, 399 Economy Sitzen unten, oben eine Bar, 76 Sitze in denen man flach liegen konnte in der Business Klasse und 14 Kabinen für die erste Klasse plus zwei Duschen.
Der obere Stock war uns allerdings mit unseren Economy Tickets versperrt, aber zum Trost sagten wir uns, dass die „Erstklässler“ nach diesem Marathonflug von über 18 Stunden (inklusive Zwischenstopp in Sydney) auch nicht vor uns in Auckland ankommen würden. Der Airbus hat keine Zweier-Sitze hinten, allerdings bieten die Dreier-Sitze mehr Beinfreiheit als die der anderen Boeing Flugzeuge und des kleineren Airbus.

 

 


Dienstagmittags waren wir in AUCKLAND, NEUSEELAND und kamen auch ohne Probleme durch den Zoll inklusive Röntgenkontrolle.
Ein Wagen von der Wohnmobilvermietung Wendekreisen holte uns ab und wir übernahmen unseren Camper, den wir sehr günstig mieten konnten, da in Neuseeland ja Winter war. Ein Mietwagen wäre fast gleich teuer gewesen und dann hätten wir uns noch jede Nacht eine Schlafgelegenheit suchen (und bezahlen) müssen. So luxuriös sind wir noch nie mit dem Wohnmobil unterwegs gewesen: neben Kühlschrank und Kocher noch warme Dusche, Toilette, Navi, Fernseher (nie benutzt) und volle Versicherung. Alles im Paket mit später Rückgabe am Sonntag und anderen Extras.
Damit wollten wir unsere Freunde in TAURANGA besuchen,  wo wir zwischen 1992 und 2006 mit unserer ANTAIA sechsmal über jeweils viele Monate gelegen hatten.
Wir fuhren gleich los, um aus der Grossstadt Auckland schnell rauszukommen und prompt - dank Navi -in die falsche Richtung, da der Navi meine Eingabe Tauranga (im Süden) in Tauranga Bay (im Norden) umgewandelt hatte.  Bis wir dann wieder in die richtige Richtung fanden, dauerte es eine Weile, aber dann ging es flott auf der Autobahn nach Süden bis zum Ende des Motorways und dann über die Felder nach Osten. Werner fuhr, ich navigierte, doch bald konnten wir kaum noch die Augen offen halten, um nach einem Übernachtungsplatz zu suchen, was in der Gegend gar nicht einfach ist, da alle Seitenstrassen zu bewohnten Farmen führen und fast keine Parkmöglichkeiten an der Strasse sind. Schon im Halbdunkel entdeckte ich grad noch ein geeignetes Plätzchen, wo wir dann auch gut die kalte Nacht nach einem schnellen Butterbrot Abendessen verbrachten. Frisch geduscht ging es am nächsten Morgen weiter nach Tauranga und als wir, über die hohen Kaimai Berge kommend, beim Näherkommen in der Ferne den Mount Maunganui sahen und die vertrauten Plätze und Strassen war es irgendwie wie nach Hause kommen.
Wir trafen viel alte Bekannte, wir alle waren ein wenig älter und grauer geworden, doch es war schön, sie alle wiederzusehen. Die ganze Woche wurden wir von unseren Freunden herzlich begrüsst und bewirtet, die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Übernachten durften wir mit dem Camper auf dem Hardstand der Marina, wo wir so oft unsere ANTAIA stehen hatten. Wir kauften noch einige Ausrüstungsgegenstände und packten dann drei Taschen mit je 23 Kilo.


Am Sonntag fuhren wir nach Auckland zurück und besuchten noch Akesa, die Frau unseres tonganischen Landvermieters, die eine Zeitlang in Neuseeland gearbeitet hatte und jetzt dort eine Fortbildung macht.
Abends gaben wir den Camper ab und wurden zum Flughafen gefahren. Dort kennen wir ein abgeschiedenes Plätzchen, wo man sich auf drei Sitzen langmachen kann und die Nacht verbringen.
Um vier Uhr morgens mussten wir einchecken. Normal kann man bei Air New Zealand pro Person ein Gepäckstück mit 23 kg einchecken. Ich hatte eine schriftliche Auskunft der Fluggesellschaft, dass man weitere Gepäckstücke mitnehmen kann, wenn man dafür 75 NZ Dollar bezahlt. Dann ging der Ärger los. Erst monierten sie, dass alle Taschen Übergewicht hätten, obwohl wir sie im Flughafen nochmals gewogen hatten. Dann sagten sie, dass wir aus Sicherheitsgründen nur je eine Tasche mitnehmen dürfen. Der Supervisor kam, dann noch einer, „nein, es täte ihnen leid, es ginge halt heute nicht“. Als wir noch verhandelten, kam ein Zettel an, in dem angeboten wurde, dass man pro Person 350 NZ$ erhält, wenn man heute auf den Flug verzichtet und am nächsten Tag fliegt. Das hätten wir ja sofort angenommen, ABER wir wollten am gleichen Tag noch mit der Fähre nach Vava'u fahren und die fährt nur einmal pro Woche!!!
Wir mussten warten, bis alle Leute eingecheckt hatten, dann kam der Manager und verkündete, dass wir doch mitkönnten. Im Eilverfahren wurden wir von einer Angestellten durch die Kontrollen geschleust und sassen dann endlich aufatmend im Flieger. Dort waren etliche Plätze leer, anscheinend hatten doch einige Leute das Angebot angenommen.


Nach dreieinhalb Stunden Flug empfing uns warme Tropenluft auf TONGA, nach dem kalten Neuseeland sehr angenehm. Wir mieteten ein Taxi und fuhren zum Fährbüro in der Hauptstadt NUKU'ALOFA, wo wir uns zwei Schifftickets in der Business Class leisteten. Wir hatten uns die neue Fähre Otuanga 'Ofa im letzten Jahr in Neiafu angesehen, als sie bei der Jungfernfahrt dort Station machte, und wussten so, dass es auch kleine Kabinen gab (Business Class). Das Ticket war immer noch 100 Pa'anga (etwa 44 Euro) billiger als ein Flugticket, wo wir mit dem vielen Gepäck eh nicht mitgenommen worden wären.
Wir verbrachten noch ein paar Stunden in Nuku'alofa, wo wir Bekannte trafen und ein deutsches Boot im Hafen besuchten.
Um 17 Uhr gingen wir zurück zum Fährbüro, wo wir unser Gepäck gelagert hatten. Die Abfahrt war erst um 20 Uhr, doch als ich fragte, ob wir nicht schon an Bord könnten, erlaubte man es uns. Ein Tonganer half den Koffer zu tragen, Werner trug die Tasche, ich hatte meinen schweren Rucksack auf dem Rücken, den grossen Computer in der rechten Hand, eine Tasche in der linken. Leider blieb ich beim Einsteigen an einer Stufe hängen und fiel der Länge nach hin, mein Kinn knallte auf die unterste Metalltreppenstufe. Ich sah später aus, als ob ich einen Boxkampf bestritten hätte, das Kinn war blutig verkratzt und geschwollen, beide Schienbeine hatten auch einiges abbekommen und schwollen an. Da kam mir die Koje grade recht, aber erst musste ich mir drei, vier Decken zusammensuchen, da die Klimaanlage eiskalt blies, was die ganze Reise leider so blieb.


Am nächsten Tag nachmittags fuhren wir in die VAVA'U INSELGRUPPE ein und dockten an in NEIAFU, wo uns schon Rosmarie und Paul von der GREEN CORAL erwarteten und mit auf ihr Schiff nahmen, wo wir die erste Nacht verbrachten. Sie fuhren uns sogar zur Insel FOFOA, wo wir uns durch's Unkraut zum Haus durchschlugen. Im Haus musste natürlich erst gründlich gelüftet und geputzt werden, bevor wir wieder einziehen konnten, aber alles war in guter Ordnung. Am nächsten Tag konnten wir schon  unsere Freunde zum Abendessen einladen. Am übernächsten Tag war Party bei den Nachbarn und immer wieder kamen Boote, deren Crews uns besuchten oder wir bekamen eine Einladung auf's Schiff.
Nebenher Hausputz, Garten richten, Wäsche waschen. Alles Mögliche gab den Geist auf, erst der Solarladeregler, dann die UKW Antenne auf dem Baum, dann die UKW Handfunke, der grosse Generator (grad beim Wäsche waschen), das Pactor Modem wollte auch nicht recht, es war wie verhext.
Nach und nach haben wir dann alles wieder  in den Griff bekommen, das Boot wurde mit neuem Unterwasseranstrich  ins Wasser gelassen und das normale Inselleben ging weiter.
Wir luden viele Segler ein zu Kaffee und Kuchen, Räucherhuhn und Kochbananenrösti und hatten manche schöne Party auf unserer Terrasse.
Insgesamt waren diese Saison die Crews von 26 Booten bei uns auf dem Grundstück, davon 18 Trans-Ocean-Schiffe, einige andere Yachten trafen wir in der Stadt. Leider haben wir nicht alle Trans-Ocean Boote kennengelernt, die dieses Jahr in Tonga waren, zum Teil waren sie schon weg, als wir kamen, die anderen hatten es wohl eilig, weiterzukommen.  


Wir freuten uns über Euren Besuch und danken herzlich für Eure Hilfen, sei es Transport, Reparatur oder Anderes!
Wir hoffen, auch in der nächsten Saison alte Bekannte wiederzusehen und neue Freunde zu gewinnen. Bitte meldet Euch bei uns oder kommt vorbei auf unserem Grundstück ANALULU.


Unseren Familien, allen Bekannten und Freunden in Nah und Fern wünschen wir

EIN FROHES WEIHNACHTSFEST

 

UND EIN

 

GLÜCKLICHES UND GESUNDES NEUES JAHR 2012 !

 

 

 

Wir bedanken uns herzlich für alle Emails, guten Wünsche und Taten, die uns im vergangenen Jahr erreichten und hoffen, viele von Euch im nächsten Jahr wiederzutreffen oder zumindest ab und zu von Euch zu hören!

Mit lieben Grüssen aus der Südsee

Elke & Werner

und Kater Minks Minks

 

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