Weihnachten 2008

Liebe Freunde,

der letzte Jahresbericht endete auf der Rinderfarm unserer Freunde in der Nähe von Gladstone, Australien, wo wir dann auch Weihnachten und Neujahr verbrachten.

Ende Januar segelten wir mit unserer ANTAIA die Küste von Queensland nach Süden, wobei man gegen den vorherrschenden Südost Wind anbolzen muss, oder auf eine seltene kurze Winddrehung nach Nord warten. Der erste Sprung war nach Bundaberg, wo wir 2 Wochen blieben und mit der nächsten Winddrehung segelten wir nach Scarborough, nördlich von Brisbane, wobei wir durch die Enge bei Fraser Island segelten, wo aufmerksames Navigieren erforderlich ist, da es sehr flach wird und einige Stellen mit unserem Tiefgang nur bei Hochwasser befahren werden konnten. Die gefährliche Barre am Südausgang konnten wir beim ersten Versuch nicht bewältigen, da Wind und Wellen zu stark waren. Nach einem Tag Abwarten mit einem spektakulären Gewitter bei Nacht, war der nächste Versuch bei Sonnenschein, wenig Wind und Stillwasser erfolgreich. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass dies nun unsere letzten Meilen waren, die wir mit unserer treuen ANTAIA segelten, liefen wir nach einer Nachtansteuerung am 10. Februar in Scarborough Marina ein.

Wir hatten schon vorher mit Schiffmaklerin Anita Farine, die uns von anderen Seglern empfohlen worden war, Kontakt aufgenommen und sie bot unser Schiff auf dem australischen Markt zum Kauf an. Siehe: Anita Farine Boatsales Homepage

Parallel dazu importierten wir das Schiff nach Australien. Anfang März kam ein junges Ehepaar mit kleinem Kind, verliebte sich in unser Schiff, drei Tage später war Probesegeln und das Schiff war so gut wie verkauft. Wir mussten noch eine obligatorische Termitenuntersuchung durch die Gesundheitsbehörden über uns ergehen lassen, die darin endete, dass ein spezieller Termitenhund das Schiff erfolglos durchschnüffelte, unsere Gebühren bezahlen und das Schiff endgültig ausräumen. Anita war uns auch eine große Hilfe bei allen Behördenangelegenheiten und bald waren wir gute Freunde.

Mitte April fanden wir nach langem Suchen auf dem Marinaparkplatz einenVanvonvorne Mitsubishi Campingbus mit Allradantrieb, voll ausgerüstet mit Einrichtung, Dach zum Hochdrücken mit extra Bett, Kühlschrank, Herd mit Backofen, Spüle, Stromumwandler, Zusatztank und vielem mehr.

Da konnten wir dann vom Boot direkt in den Camper umsteigen und am 19. April verließen wir schweren Herzens ANTAIA, unser Heim für 22 Jahre, endgültig und fuhren los ins Abenteuer AUSTRALIEN.

(Aus Platzgründen verzichte ich auf nähere Beschreibungen der Orte, bei Interesse bitte „ Googeln “)

Es ging über Maloolaba nach Norden auf dem Bruce Highway und schon am Spätnachmittag hatten wir einen platten Reifen bei der Abfahrt zur Tankstelle, also Reifenwechsel und am Abend brach der Gasregulator an der Gasflasche. Was für ein Start ! Am nächsten Tag, obwohl Sonntag, bekamen wir einen neuen doppelten Regulator, da der alte sowieso nicht mehr zulässig war, und einen neuen Reifen und von da an ging alles glatt. An der Küste bis Bundaberg , dann ins Landesinnere. Wir wanderten einen Tag in der Carnarvon Gorge , eine grandiose Schlucht mit steilen Felswänden, Nebenschluchten und Felszeichnungen der Aboriginals (Ureinwohner). Stausee Lake Maraboon , erfolgslos Edelsteine suchen in der Nähe von Emerald, Sapphire und Rubyvale und wieder Richtung Küste nach Townsville . Dort konnten wir fünf Tage im Garten bei unseren „Kollegen“ Maggie und Heinrich Eichenbrenner vom Trans-Ocean Stützpunkt Townsville stehen. Wir erkundeten die Stadt, vor allem das tolle HQ Aquarium und das Museum.

Von Townsville ging's wieder steil in die Berge zum Lake Paluma, dann zum Meer, Mission Beach, Cairns, Mossman, mit der Fähre über den krokodilverseuchten Daintree River und in den Daintree Regenwald, 3 Meter große Kasuare (Laufvögel) mit Jungen an der Strasse, und als erster großer Test für unseren Vierradantrieb der berühmt, berüchtigte Bloomfield Track , bis zu 30 % Steigungen, Flussdurchfahrten, pure Felsbrocken als Strasse. Unsere „Mitshi“ bewältigte alles mit Bravour und wir erreichten unseren nördlichsten Punkt dieser Reise, Cooktown. Von dort Richtung Südwest, zu den Black Mountains und Chillagoe mit seinen interessanten Höhlen, Marmorsteinbrüchen und Ruinen von ehemaligen Erzschmelzen.

Die Highways, die Hauptverbindungsstrassen Australiens, sind oft nicht viel breiter oder besser als bei uns eine Dorfstrasse, trotzdem versuchen wir sie, wenn möglich, zu meiden, und die noch kleineren Strassen zu fahren. Aber sogar auf einer holperigen, schmalen Sandpiste mit Flussdurchfahrten kamen uns die sogenannten Roadtrains entgegen. 53 m lange Lastwagengespanne mit drei oder vier Anhängern, bis zu 18 Achsen, 165 Tonnen schwer. Die benötigen die gesamte Strasse, d.h. wir mussten ganz auf die Seite ausweichen und das in purem Sand. Einmal kam eines dieser Ungetüme von hinten auf und da Werner durch den ganzen Staub nach hinten nichts sehen konnte, schob uns dieses Ungetüm fast von der Strasse, im letzten Moment konnten wir noch nach links rüberziehen, denn die fahren ihre 100 Stundenkilometer, egal wie und wo.

Die Undara Lavatubes schauten wir nur vom Kraterrand des erloschenen Vulkans Kalkani an. Weiter über Charter Towers und in der Nähe von Townsville fing unser Auspuff an zu röhren, aber dank Heinrichs Schweißgerät waren wir bald wieder flott. DANKE, Maggie und Heinrich !!

Wir zogen von einem National Park zum nächsten, entdeckten immer wieder Neues, Vögel, Kakadus, Papageien, viele Kängurus, aber auch die kleineren, scheuen Wallabys. Die Wanderwege in australischen National Parks sind gut gepflegt und oft mit Erklärungen versehen, die Zeltplätze meist schön gelegen, wenn auch nur mit Plumpsklo. Wir versuchen meist, Plätze zu finden, die keine Gebühr kosten, oft campen wir auch „wild“, nur in den Städten oder Touristenzentren müssen wir auf die kommerziellen Campingplätze, wo dann auch die heiße Dusche ausgiebig benutzt wird.

So auch in Mackay, 2 Nächte, Einkauf, Stadtbummel, Wäsche waschen, Email, Bankgeschäfte, und schnell waren wir wieder in der Wildnis. Eungella National Park, Finch Hatton Gorge, Broken River. Hier sahen wir unsere ersten Platypus (Schnabeltiere) im Fluss.

Wieder an der Küste fanden wir einen schönen Platz am Meer, umschlossen von Buschwerk direkt am Strand. Wir konnten sogar baden, was an der Küste von Queensland fast unmöglich ist. Die Gefahr von mehreren Arten von hochgiftigen Quallen verletzt oder sogar getötet zu werden, ist zu groß und im Norden sind die Salzwasserkrokodile eine ernstzunehmende Gefahr. Wie oft standen wir an wunderschönen Buchten mit blauem Meer und durften nicht schwimmen. Am dritten Tag wollten wir wieder weiter, aber nach nur wenigen Kilometern, als wir in dem kleinen Örtchen Camila tanken wollten, bemerkten wir, dass der linke Vorderreifen sehr heiß war und die Bremse fest saß. Zum Glück war gegenüber der Tankstelle eine Werkstatt, aber leider war grad Sonntag und der Werkstattbesitzer sah sich den Schaden an, lockerte die Bremse und eröffnete uns, dass er frühestens am Dienstag nachsehen konnte, da Montag ja Queen's Birthday Feiertag wäre. Wir konnten vorsichtig auf unseren alten Campplatz zurückfahren und abwarten. Leider verschlechterte sich das Wetter zusehends und wir wurden an den Queen's Birthday Feiertag vor 14 Jahren erinnert, wo wir mit ANTAIA im Sturm im Minerva Riff lagen.

Am Dienstag konnten die Teile bestellt werden und wir warteten ab im Campingplatz gegenüber der Werkstatt, bis dann am Donnerstag beide Bremsen neu gemacht werden konnten und wir wieder flott waren. Zum Glück hatten wir noch einen Zeitpuffer gehabt, sodass wir ohne große Eile noch in die Cania Gorge fahren konnten und einige Wanderungen machen.

Nach einer bitterkalten Nacht mit 2° C und einem weiteren schönen Tag waren wir am Montag, 16. Juni zurück an unserem Ausgangspunkt bei Anita in Deception Bay. Wir wohnten bei ihr im Haus und konnten unseren Camper bei ihr im Garten abstellen. Unser Visum für Australien lief am 20. Juni ab und wir saßen im Flieger nach Tonga, allerdings mit der Gewissheit, dass wir in wenigen Monaten zum zweiten Teil unseres Australienabenteuers zurückkommen würden, da wir noch weitere 6 Monate Visum „gut“ hatten.

Unsere 20 kg Gepäck plus 10 kg Sportgepäck pro Person wurde überall ohne Probleme durchgeschmeckt, die Nacht in Nuku'alofa verbrachten wir im Foyer des Dateline Hotels und am nächsten Morgen konnten wir Tickets nach Vava'u kaufen und am gleichen Tag noch fliegen, selbst unsere extra 10 kg gingen anstandslos mit.

In Neiafu war am Samstagabend natürlich kein Weiterkommen und so mieteten wir uns im einzigen noch freien Hotel Paradise ein, zum Sondertarif für Einwohner von Vava'u und dazu als kostenlose Zulage im besten Zimmer mit freiem Willkommensdrink.

Dort ließen sich die nächsten zwei Tage aushalten, bis unser neuer Nachbar Boris uns am Montag auf seinem Boot mit nach Fofoa nahm. Dort konnten wir erst mal in unserem neuen Boot wohnen, bis wir die Hütte wieder eingeräumt hatten.

Der Garten schrie natürlich nach einer ordnenden Hand, der Kater kam zurück und wollte seine langentbehrten Streicheleinheiten, die ersten Yachten waren da, das neue Boot musste fertiggemacht werden. Keine Zeit zum Erholen, rein in die Arbeit.

Mitte Juli konnten wir unser Boot zu Wasser lassen und nach ein paar Proberunden in der Lagune machten wir am 16. Juli unsere Jungfernfahrt nach Neiafu. Der Motor lief noch nicht optimal und war laut, aber alles ging glatt. Wir waren wieder mobil.

Einige TO Schiffe kamen zu uns, dabei auch alte Bekannte, wir feierten meinen 54.und Werners 70. Geburtstag. Der neue König wurde in Nuku'alofa gekrönt und kam auch zur Feier nach Tonga.

Die Zeit raste und schon waren wir wieder am Einräumen, Schiff an Land ziehen, alles verstauen, und saßen im Flieger zum zweiten Teil unseres Australienabenteuers.

Anita holte uns am Flughafen Brisbane ab und wir wohnten fast drei Wochen bei ihr, bis wir den Camper wieder gepackt hatten und am Samstag, den 27.September, aufbrachen.

In großen Schritten ging es flott nach Nordwesten, Richtung Mount Isa, es wurde heiß und trocken und wir entdeckten eines der bestgehüteten Geheimnisse Australiens: die FLIEGEN. Auf jedem Rastplatz, sobald man aus dem Auto steigt, fallen kleine schwarze Fliegen in Scharen über einen her, kriechen in die Augen, Nase, Mund. Sehr lästig. Zum Glück fiel mir ein, dass vom Vorbesitzer noch grüne Netze mit Gummizug im Auto lagen, die Werners Aufräum- und Wegschmeißaktionen noch entgangen waren. Die zogen wir über unsere Hüte bis auf die Schultern und so war wenigstens das Gesicht geschützt.

Diese Fliegenplage begleitete uns durch das gesamte Northern Territory und Südaustralien. Zum Glück verrieten uns andere Deutsche, dass es eine Creme gibt, die nach Rosmarin und Sandelholz riecht, und die die Fliegen aus dem Gesicht vertreibt. Diese Creme fanden wir im Kakadu National Park und sie hilft wirklich.

Die Minenstadt Mount Isa hielt uns nicht lange und bald erreichten wir am Samstagnachmittag die Grenze zwischen Queensland und dem Northern Territory. Markiert durch ein großes Schild und einen Polizisten auf der Strasse, der uns stoppte. Da ich fuhr, überreichte er mir ein Alkoholtestgerät, wir sahen ihn erst erstaunt an, lachten dann herzlich und ich pustete das erste Mal in meinem Leben ins Röhrchen. Natürlich zeigt es Null an, aber anscheinend sind so viele Betrunkene unterwegs, dass jeder an der Grenze pusten muss. Danach wurden wir in den Bundesstaat „Nördliches Territorium“ entlassen.

Über kleine Strassen, wo uns kaum ein Auto entgegen kam, und nur alle 370 Kilometer eine Tankstelle ist, fuhren wir nach Norden zum Stuart Highway, wo das Verkehrsaufkommen für eine Hauptverbindungsstrasse auch sehr schwach ist. Nächster Stopp Mataranka, wo man sich in zwei natürlichen heißen Quellen mit konstanten 34°C, wunderbar aalen kann inmitten von tropischer Vegetation, Vögel, Flughunden. Hier sahen wir unsere einzige lebende Schlange auf der ganzen Reise, etwas Grüngelbes schlängelte sich schnell ins Unterholz. Auf der Strasse hatten wir nur zwei totgefahrene Schlangen gesehen.

Im Städtchen Katherine begegneten wir vielen der Ureinwohner von Australien, die Aboriginals. Sie sind ja für unser Schönheitsempfinden fast hässlich, dünne stakselige Beine, schwere Körper, breite Gesichter mit wulstigen Lippen, ungepflegtes, verfilztes Kraushaar, schmutzige europäische Kleidung. Und leider waren viele von ihnen betrunken, auch die Frauen. Der Alkohol ist eines der größten Probleme hier, und die Regierung versucht durch spezielle Maßnahmen regulierend einzugreifen. Auch als Weißer kann man nur beschränkt und gegen Ausweis Alkohol kaufen, in bestimmten Gegenden darf man unter Androhung von horrenden Strafen, (bis zu 75.000 $ !!!) überhaupt keinen Alkohol im Auto haben. In der Gegend um Uluru (Ayers Rock) weiter im Süden, kann man nur Benzin tanken, dem die Aromastoffe entzogen wurden und das sich nicht mehr zum Schnüffeln eignet, dafür alte Motoren kaputt macht.

200 Kilometer im Nordosten von Katherine liegt Arnhem Land , bis auf eine Strasse, die durch einen Fluss führt, fast unzugänglich und man kann auch nur mit einem speziellen Erlaubnisschein dorthin fahren. Dort können die Aboriginals noch auf althergebrachte Weise leben. Aber überall wird versucht, ihre Sitten und Gebräuche zu erhalten und dem Besucher nahezu bringen.

Unser nächstes Ziel war die Katherine Gorge, Nitmiluk National Park , wo wir in der Hitze eine anstrengende Wanderung machten, wobei sich die Sohlen von zwei Paar Schuhen ablösten, aber die grandiose Szenerie und Baden zwischen den steilen Felsen der Schlucht wog alles auf. Eine ganztägige Kanu-Paddel-Tour erschloss uns die ersten vier Abschnitte dieser Schlucht. Von da an jagte ein Höhepunkt den anderen. Edith Falls (Wasserfall mit Badesee), der großartige Kakadu Nationalpark , Gunlom Falls , eine Bootsfahrt im Morgengrauen auf dem Yellow Water , wo wir massenhaft Salzwasserkrokodile sahen, dazu eine Unmenge Vögel und Wasserbüffel in den Feuchtgebieten. Die Felsen mit Felszeichnungen der Aboriginals, Nourlangie Rock und Jabiru , die Furt nach Arnhem Land. Die Trockenzeit war vorbei, die ersten Regenstürme gingen über's Land. Wenige Wochen nach unserem Besuch würden weite Teile des Parks unter Wasser stehen, Zugvögel von weit her die jetzt noch trockenen Ebenen bevölkern.

Zeit weiterzuziehen zum nördlichsten Punkt dieser Reise: Darwin, das im 2. Weltkrieg von den Japanern bombardiert wurde (siehe den neuen Film „Australien“), und 1974 von einem Taifun nochmals fast völlig zerstört.

Unsere Mitshi bekam einen kompletten Service, während wir einige Nächte im Hotel verbrachten, dann ging es frisch geölt nach Südwesten in den Lichfield Nationalpark, wo wir wieder von Wasserfall zu Wasserfall zogen, und es uns trotz kaltem Wasser nicht nehmen ließen, ausgiebig zu schwimmen. Wangi, Tolmer, Florence Falls und Bulmer Rockhole , schon waren wir wieder in Katherine und zum Aufwärmen in den heißen Quellen bei Mataranka. Stuart Highway nach Süden, Devils Marbles und Australiens „Mitte“ Alice Springs . Erst Ost in die East Macdonnell Ranges, Trephina Gorge, Jessie Gap , Stadtbummel Alice Springs und Museumsbesuche, dann die West Macdonnells. Simpson Gap ,Ellery Creek Big Hole, Serpentine Gorge, Ormiston Gorge, Glen Helen Gorge, wir zogen von einer Schlucht mit Wasserloch zur nächsten und obwohl das Wasser in der Hitze erstaunlicherweise eiskalt war, badeten wir in allen. Ein großer Meteroitenkrater, Gosse Bluff , dann ging es über den Mereenie Loop , eine unbefestigte, fürchterlich holprige rote Waschbrett Piste nach Südwesten. Wilde Kamele, Esel, Pferde, Emus und natürlich Kängurus kreuzten unseren Weg. Wir wanderten am Rand des Kings Canyon , einer großen Schlucht, entlang und auf der Talsohle bis hinein. Glatte steile Felswände, aufgeschichtete Pfannkuchenfelsen, Rippel im ehemaligen Meeresboden, einfach toll. Und dann lag DER Höhepunkt Australiens vor uns, der rote Monolith Uluru , oder Ayers Rock . Elf Kilometer Marsch drumrum, wobei wir in jede Ecke schauten, ja, es hat wirklich etliche Winkel dort. Der Sonnenuntergang war leider verregnet, aber dafür entschädigte uns der Sonnenaufgang, für den ich gerne früh aufgestanden bin. Der Aufstieg war an allen Tagen wegen starkem Wind gesperrt. Fünfzig Kilometer entfernt Yulara oder die „ Olgas “, mehrere rote Sandsteinfelsen, mindestens ebenso eindrucksvoll wie Uluru.

Noch vier Wochen bis zur Abfahrt der Fähre nach Tasmanien, weiter nach Coober Pedy , wo heute noch nach Opalen gebuddelt wird. Der Dogfence (Hundezaun), ein 5600 km langer Zaun, der den Westen freihalten soll von Wildhunden, den Dingos, kreuzt den Stuarthighway kurz vor Cooper Pedy.

Die flache Landschaft um Coober Pedy sieht aus wie eine Marslandschaft, überall Löcher im Boden und aufgeschüttete weiße, rote oder gelbe Erde. Das Klima ist heiß und trocken, deshalb haben sich die meisten Bewohner ihre Wohnungen unter der Erde in ehemaligen Opalminen eingerichtet. Ab und zu „baut“ einer aus, d.h. er gräbt eine neue Höhle und wenn er Glück hat, findet er die Finanzierung dafür in Form von Opal beim Graben. Selbst Hotels und Kirchen liegen unter der Erde.

Trotz Buddelns in Abraumhügeln fand ich nur einige kleine Splitter, dafür Gypsum und andere interessante Steine.

Uns zog's nun wieder zum Wasser, wir fuhren vorbei an ausgetrockneten riesigen Salzseen vom Northern Territory nach Südaustralien und erreichten am 13. November den südlichen Ozean bei Port Augusta und nach wochenlanger Trockenheit und Hitze war es enttäuschend regnerisch, windig und sehr kalt.

Wir flüchteten wieder in die Berge, Flinders Ranges, Wilpena Pond und Brachina Gorge , aber auch hier holte uns der Regen und die Kälte ein. Also auf in die Weinregionen, Clare Valley mit Weinverkostung, Barossa Valley und am 21. 11. Adelaide, die Hauptstadt von South Australia, auf dem Reißbrett geplant mit vielen Grünanlagen, die die Innenstadt umschließen. Wir wanderten durch die Stadt, bestaunten das Angebot in den Markthallen, gerieten in Chinatown mitten in ein Fest der Classic Car Rally. Hunderte von 20 – 40 Jahre „alte“ Autos, Porsche, Ferrari, Volkswagen, BMW's, Mercedes, Holden, und viele exotische Markenwagen, die drei Tage lang in der Umgebung von Adelaide mit vielen kurvigen Strassen eine Rallye fuhren und abends zum Bewundern aufgereiht wurden. Das Museum und die Kunstgalerie beschäftigten uns zwei weitere Tage, dann hieß es einkaufen, billig tanken und weiter nach Südwesten. Mit einem Abstecher über kleine kurvige Sträßchen besuchten wir die von Deutschen gegründeten Städtchen Lobethal und Hahndorf, überfuhren die Mündung des Murray River bei Tailem Bend mit der Fähre und weiter ging's auf dem Princess Highway ins Murray Delta und die Coorong Peninsula . Campen in den Dünen, Fahrt über den Salzsee auf die Außendüne und zu Fuß über die Düne bis zum grauen Meer. Der kalt-nasse Wind bescherte mir dann eine kräftige Erkältung mit Halsweh, Schnupfen, Kieferhöhlenentzündung. In Mount Gambier lag ich einen Tag flach und wir quartierten uns dann zwei Tage bei Regen in einem Häuschen ein. Der Kratersee Blue Lake , der mitten in Mt. Gambier liegt, schien dann auch in der Sonne wieder blau und wir fuhren an die Küste zurück. Portland, Port Fairy, Princetown, die Great Ocean Road . spektakuläre Felsformationen und Buchten, in die die Wellen aus dem südlichen Ozean donnern. Bay of Islands, The Grotto, London Bridge, the Arch. Loch Ard Gorge und die berühmten 12 Apostel , wovon allerdings schon ein paar der unablässig nagenden See zum Opfer fielen, kein Ausblick und Wanderweg entlang der Küste wurde ausgelassen. Kurvige Strasse am Meer lang mit fantastischen Ausblicken, kleine Städtchen und dann Melbourne, wo wir vor 15 Jahren schon mal waren. Dort konnten wir ein paar Tage bei Tomi wohnen, der ein Jahr in China war und jetzt in Australien studiert. Tomi und sein Bruder Hans hatten uns ja 2006 in Tonga besucht (siehe Jahresbericht 2006 auf unserer Homepage). Er lud uns zum Essen ein, Pizza in dem Restaurant, wo er abends arbeitet und gutes, aber höllisches scharfes Essen in einem chinesischen Restaurant, das Waschschüsselweise rote Chillieschoten verarbeitet. Wir marschierten durch das nächtliche Melbourne und sahen die Mitternachtsvorstellung des neuesten australischen Kinohits „Australia“, der allerdings nur im Northern Territory spielt.

Am 11. Dezember abends fuhren wir auf die Fähre „Spirit of Tasmania“ und erreichten morgens Devonport auf Tasmanien. Seither fuhren wir durch parkähnliche Landschaften oder Regenwald, übernachteten direkt am Meer an der Nord- und Ostküste, freuen uns, wenn die Sonne scheint und frieren, wenn der Himmel zuzieht. Wo wir Weihnachten verbringen, wissen wir noch nicht, aber vom 28. 12. bis Neujahr wollen wir in Hobart sein und die Ankunft der Yachten von der Sydney – Hobart Regatta erleben.

Mitte Januar werden wir wieder auf's Festland übersetzen und dann über New South Wales und Sydney in circa vier Wochen später wieder in Brisbane eintreffen. Ende Februar fliegen wir mit einem Abstecher über Los Angeles nach Deutschland bis Anfang August, dann über Singapur zurück nach Tonga.

Fazit: Australien ist definitiv eine Reise wert, aber man sollte sich Zeit nehmen. Die Entfernungen sind riesengroß, die Strassen zum Teil schnurgerade, wir sind bis jetzt über 17.000 Kilometer gefahren und haben erst einen Teil dieses großen Kontinents gesehen. Western Australien haben wir „links“ liegen lassen, und ganz New South Wales liegt noch vor uns, sicher nochmals mehrere tausend Kilometer. Wir erlebten fantastische Landschaften, interessante, vielfältige Tierwelt, sehr nette Menschen und wir haben uns überall sicher gefühlt.

Falls jemand ein allradgetriebenes, sehr gut ausgestattetes handliches Wohnmobil sucht (4WD Mitsubishi L300 Express), ab Mitte Februar 2009 steht unseres zum Verkauf!

Euch allen, egal ob auf der anderen Seite der Welt oder ganz nah ‚down under'

wünschen wir ein

FROHES WEIHNACHTSFEST UND EIN GLÜCKLICHES UND GESUNDES NEUES JAHR !

Mit lieben Grüssen

Elke und Werner

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